Jede Epoche der Fotografie und jedes fotografische Genre wurden geprägt durch herausragende Fotografen, die ihr Leben der Fotografie widmeten und durch ihr innovatives Werk ganze Generationen von Fotografen beeinflussten. Die legendär gewordenen Fotografen der Geschichte brachten neue Sichtweisen in die Fotografie und schufen Ikonen der Fotografie, die sich in das Gedächtnis der Menschheit einprägten.
In der Gründerzeit der Fotografie von 1839 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren Fotografen vor allem experimentierfreudige Handwerker. In dieser Pionierzeit konnten die Aufnahmen nur von Fachleuten aufgenommen und verarbeitet werden, die die Materialien wie Fotoplatten und Fotopapiere noch selber herstellten.
Die meisten Fotografen arbeiteten in ihren Ateliers und beschäftigten sich mit dem Anfertigen von Porträts. Einige Fotografen unternahmen auch erste Ausflüge in die Natur oder entfernte Länder.

Die französischen Fotografen Édouard Baldus, Louis Désiré Blanquart-Evrard, Adolphe Braun, Gustave Le Gray, Charles Marville beschäftigten sich in den 1850er Jahren mit dokumentarischer und Reisefotografie. Ihre Landsleute Nadar und André Disdéri gründeten in Paris die ersten Porträtateliers, die schnell auch zu gesellschaftlichen Treffpunkten wurden.

Die Engländer Samuel Bourne und Francis Frith wurden mit ihrer Reisefotografie in den Nahen Osten berühmt. Julia Margaret Cameron, Lady Clementina Hawarden und David Octavius Hill waren um 1850 die Vorreiter der künstlerisch anspruchsvollen Porträtfotografie in England.

Die Fotografie der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert war in der Hand von begeisterten Amateurfotografen des Piktorialismus, die aus der Fotografie eine neue Kunstform machen wollten, zunächst noch orientiert an zeitgenössischen kunsthistorischen Tendenzen, die in der Bildsprache der Romantik, des Biedermeier oder des Art Déco verankert waren. Besonders zu erwähnen sind hier Fotografen wie František Drtikol, Peter Henry Emerson, Frank Eugene (Smith), Heinrich Kühn, Adolphe de Meyer und Léonard Misonne. Die US-amerikanische Fotografin Gertrude Käsebier wurde insbesondere mit ihren Porträtfotos bekannt. Um 1900 fotografierte sie viele Mitglieder der Stammes der Sioux.

Innovative fotografische Darstellungsformen in der Zeit des Modernismus führten die Fotografie in den 1920er Jahren schließlich technisch und gestalterisch in die Neuzeit. Jetzt stand die Fotografie für sich selbst. Losgelöst von künstlerischen Tendenzen schuf die Fotografie Bildwerke, die sich durch ihre klaren Formen auszeichneten und das Objekt selbst ins Zentrum stellten, auch wenn es nur eine Muschel, eine Kloschüssel oder eine unbedeutende Straßenszene handelte. Mit dieser Periode verknüpft sind Fotografen wie Ansel Adams, Bill Brandt, André Kertész, Man Ray, Albert Renger-Patzsch und Edward Weston. Der aus Ungarn stammende André Kertész fotografierte 1928 eine Straßenszene in Meudon bei Paris, eine seiner berühmtesten Aufnahmen.

Die für lange Zeit wichtigste Anwendung der Fotografie wurde die Pressefotografie, die zunächst von US-amerikanischen Zeitschriften und Fotografen der 1930er und 1940er Jahre geprägt wurde. Durch den Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland war eine freie Berichterstattung in dieser Zeit zunächst in Deutschland und etwas später auch in ganz Europa nicht mehr möglich. Der erste Pressefotograf, der seine Aufnahmen mit seinem Namen signierte und zu seiner eigenen Marke wurde, war der US-Amerikaner Weegee. „Weegee the famous“, wie er sich nannte, war oft vor der Polizei am Ort eines Verbrechens. Er hörte den New Yorker Polizeifunk ab. Die Aufnahmen entwickelte er im Kofferraum seines Autos. Die Redaktionen der Tageszeitungen rissen sich um seine Aufnahmen.

In den 1950er und 1960er Jahren wurde der Fotojournalismus international. Viele Fotografen arbeiteten jetzt für große Fotoagenturen wie Magnum Photos oder auflagenstarke Illustrierte Zeitschriften wie Life oder Look. Sie berichteten über alle Arten von Themen aus der ganzen Welt, wie Diane Arbus, Margaret Bourke-White, Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, Bruce Davidson, Robert Doisneau, Alfred Eisenstaedt, Elliott Erwitt, Robert Frank, William Klein, Don McCullin, Marc Riboud, Willy Ronis, W. Eugene Smith, Dennis Stock, (Ascher Fellig) Weegee, Sabine Weiss oder Garry Winogrand.
Am Ende der 1960er Jahre wurde das Fernsehen zur wichtigsten Informationsquelle für tagesaktuelle und politische Themen und viele Fotoreporter suchten sich neue Betätigungsfelder. In dieser Zeit des Umbruchs erlebten international verlegte Zeitschriften wie National Geographic, Nature oder Geo, die sich mit Reportagen über ferne Länder, deren Natur und Kulturen beschäftigten, einen Höhenflug. Wichtigster Vertreter dieser Fotografen, die sich mit ihren schweren Ausrüstungen durch Dschungel und Wüsten kämpften war der brasilianische Umweltaktivist Sebastião Salgado.

In den 1970er Jahren erfand sich die Fotografie mal wieder neu. Zum Einen etablierte sich eine „neue“ Richtung der Fotografie, die Farbfotografie, jetzt als künstlerisch anerkanntes Medium mit Werken von Fotografen wie William Eggleston, Saul Leiter, Stephen Shore oder Ernst Haas und zum Anderen entstand eine konzeptionelle Richtung der Fotografie, die sich im weitesten Sinne mit Umweltthemen wie der vom Menschen umgeformten Welt beschäftigten wie Robert Adams, Bernd und Hilla Becher und Richard Misrach.
In den 1980er Jahren wurde die Fotografie massenkompatibel und für jeden weltweit anwendbar. Künstler, Dokumentaristen und Fotografen unterschiedlichster Richtungen bedienten sich der Fotografie als Werkzeug zur Vermittlung ihrer Vorstellungen und Ideen. Die künstlerische Fotografie wurde zunehmend konzeptionell und Fotos dienten nun als dokumentarisches Notizbuch und Kunstwerk gleichzeitig.
Die Porträtfotografie

Durch die Geschichte der Fotografie zieht sich die Porträtfotografie als zentrale Anwendung. Porträts entstehen im privaten und öffentlichen Raum. Sie können aufwendig inszeniert sein oder einfach nur Schnappschüsse oder Selfies für das Internet. Im weiteren Sinne gehören auch die Glamourfotografie, die Aktfotografie, die Modefotografie und sogar die Tierfotografie zur Porträtfotografie. Beispielhaft für ihre innovative und kreative Herangehensweise an die Porträtfotografie sind zu nennen: Philippe Halsman, Yousuf Karsh, Annie Leibovitz, Arnold Newman und August Sander. Der israelische Fotograf Helmar Lerski beschäftigte sich mit konzeptioneller Porträtfotografie und fotografierte 1936 dieselbe Person mit unterschiedlichen Beleuchtungseffekten.
Das Internet und digitale Techniken veränderten nach der Jahrtausendwende die Verwendung der Fotografie grundlegend. Durch die uneingeschränkte Verfügbarkeit und eine komplette Dematerialisierung der Fotografie wurde sie zum wichtigsten Kommunikationsmittel überhaupt, das simultan beliebig vielen Benutzern des Internets zur Verfügung stand.
60 Fotografen der Geschichte
Diese subjektive Auswahl der wichtigsten Fotografen der analogen Fotografie ist alphabetisch geordnet, mit einem Hinweis auf das Hauptbetätigungsfeld, in dem die erfolgreich wurden. Berücksichtigt sind Fotografen, die in ihrer Zeit und ihrem Umfeld stilprägend waren und ihr Leben der Fotografie widmeten, was fotografierende Astronauten und Hausmädchen ausschließt.
- Ansel Adams, USA (1902–1984) – Fotograf der Straight Photography. Legendärer Landschaftsfotograf in den 1930er bis 1970er Jahren. Arbeitete fast ausschließlich in Schwarzweiß. Mitbegründer der Fotografengruppe f/64. Veröffentlichte insgesamt 28 Bildbände und Sachbücher über die Fotografie.
- Diane Arbus, USA (1923–1971) – Pressefotografin. Ungewöhnliche Fotoreportagen in den 1950er und 1960er Jahren. Arbeitete nur in Schwarzweiß. Beschäftigte sich mit Zirkusartisten, Nudisten, Transvestiten, Zwillingen, Prostituierten oder fehlgebildeten und geistig behinderten Personen.
- Abbas Attar, Iran (1944–2018) – Fotojournalist. Magnum-Fotograf, wurde unter anderem bekannt durch Reportagen aus islamischen Ländern.
- Richard Avedon, USA (1923–2004) – Modefotograf der Moderne. Legendärer Modefotograf und Reportagefotograf in den 1950er bis 1990er Jahren. Porträtierte die Protagonisten der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der 1960er und 1970er Jahre. 1985 entstand sein berühmtestes Fotobuch In the American West.
- Matt Black, USA (1970) – Fotojournalist. Mitglied der internationalen Fotoagentur Magnum Photos. Arbeitet über Themen wie Armut, Migration und Umwelt. Erwin Blumenfeld, Deutschland (1897–1969) – Klassischer Modefotograf. Pionier der Farbfotografie mit surrealistischen Elementen. In den 1940er und 1950er Jahren einer der weltweit gefragtesten und teuersten Porträt- und Modefotografen.
- Margaret Bourke-White, USA (1904–1971) – Pressefotografin. Erste weibliche Mitarbeiterin und legendäre Fotografin der Zeitschrift Life. Ikone der Fotografie 1945: Living Dead of Buchenwald.
- Bill Brandt, Großbritannien (1904–1983) – Fotograf der neuen Sachlichkeit. Fotografierte Industriearbeiter und die Auswirkungen der ökonomischen Krise der 1930er Jahre. Künstlerische Landschafts- und Aktfotografie.
- Robert Capa, USA (1913–1954) – Pressefotograf. Legendärer Kriegsfotograf der 1930er bis 1950er Jahre. Mitbegründer der internationalen Fotoagentur Magnum Photos. Ikone der Fotografie von 1944 am Omaha Beach bei der Invasion der Alliierten. Kam 1954 als Fotograf im Indochina-Krieg ums Leben.
- Henri Cartier-Bresson, Frankreich (1908–2004) – Pressefotograf. Legendärer Straßenfotograf der französischen humanistischen Fotografie in den 1940er bis 1980er Jahren. Mitbegründer der internationalen Fotoagentur Magnum Photos. Berühmtestes Fotobuch „Images à la Sauvette“ von 1952. Fotografierte mit einer Leica in Schwarzweiß.
- Lucien Clergue, Frankreich (1934–2014) – Aktfotograf. Französische Fotografenlegende der Reportage- und der Aktfotografie. 1968 Begründer des jährlich in Arles stattfindenden Foto-Festivals Rencontres Internationales de la Photographie.
- Bruce Davidson, USA (1933) – Pressefotograf. Mitglied der internationalen Fotoagentur Magnum Photos. Sozialkritische Reportagen, auch aus der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Wichtiges Fotobuch East 100th Street, 1970.
- Robert Doisneau, Frankreich (1912–1994) – Pressefotograf. Bedeutender Vertreter der humanistischen Fotografie. Berühmt wurde seine Fotografie „der Kuss vor dem Rathaus“ von 1950. Mitglied der französischen Agentur Rado.
- William Eggleston, USA (1939) – Fine Art Fotograf. Wichtiger Wegbereiter der Farbfotografie der New Color Photography in den USA. 1976 legendäre Einzelausstellung mit Farbfotos im Museum of Modern Art in New York. Etablierte die Farbfotografie als künstlerische Realität.
- Elliott Erwitt, USA (1928–2023) – Pressefotograf. Einer der originellsten Reportagefotografen der 1950er bis 2010er Jahre. Mitglied der internationalen Fotoagentur Magnum Photos. Modefotos und hintergründige Porträts zahlreicher Prominenter. Großer Hundefan. Fotografierte auch in Farbe.
- Walker Evans, USA (1903–1975) – sozialdokumentarischer Fotograf. Bedeutender Fotograf der Farm Security Administration (FSA) und erster fotografischer Einzelkünstler, dem das Museum of Modern Art in New York 1939 eine eigene Ausstellung widmete: American Photographs.
- Samuel Fosso, Kamerun (1962) – Fotokünstler. Begann im Alter von 13 Jahren eine Karriere als Studiofotograf. Neben seinen Auftragsarbeiten kreiert er in der Welt seines Ateliers und zu seinem alleinigen Vergnügen eine Reihe von Avataren, die sich den Codes der Repräsentation widersetzen. Von da an hörte Fosso nie auf, sich in Selbstporträts neu zu erfinden.
- Robert Frank, USA (1924–2019) – Pressefotograf. Große Fotografenlegende der Straßenfotografie. 1957 reiste er durch die Vereinigten Staaten und machte 28000 Fotos, von denen er 83 Abzüge für sein Fotobuch „The Americans“ auswählte. Frank revolutionierte die Ästhetik des Fotobuchs.
- Andreas Gursky, Deutschland (1955) – Fotokünstler. Wurde seit den 1980er Jahren bekannt durch seine Großformatfotografie von Landschaften, Formel 1 Rennen und Massenveranstaltungen. 2001 erste große Retrospektive im Museum of Modern Art in New York. Gurskys Fotografien zählen zu den teuersten der Welt.
- Ernst Haas, USA (1921–1986) – Pressefotograf. Mitglied der internationalen Fotoagentur Magnum Photos und wichtiger Wegbereiter der Farbfotografie in den USA in den 1950er Jahren.
- Philippe Halsman, USA (1906–1979) – Porträtfotograf. Legendärer Porträtfotograf. Fotografierte unter anderem Salvador Dali. Fotojournalist für die Zeitschrift Life. Mitglied der internationalen Fotoagentur Magnum-Photos. Berühmte Porträt-Serie 1959 „Jump-Pictures“.
- Horst P. Horst, USA (1906–1999) – Klassischer Modefotograf. Wurde durch seine Fotos für die Modezeitschrift Vogue und für seine Porträts berühmter Zeitgenossen bekannt. Zählt zu den bedeutenden Modefotografen des 20. Jahrhunderts. Pionier der Farbfotografie.
- Frank Horvat, Italien (1928–2020) – Modefotograf der Moderne. Mitglied der internationalen Fotoagentur Magnum Photos. Vielseitiger Fotograf im Bereich Mode und Journalismus der 1950er bis 2010er Jahre, der sich auch intensiv mit dem Medium der Farbfotografie auseinandersetzte.
- Yousuf Karsh, Kanada (1908–2002) – Porträtfotograf. Gehörte zu den bedeutendsten Porträtfotografen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Karsh hatte ein bemerkenswertes Talent, das Charakteristische eines Menschen in seinen Aufnahmen einzufangen.
- André Kertész, Frankreich (1894–1985) – Fotograf der neuen Sachlichkeit. Surrealistisch beeinflusster Fotokünstler der 1920er und 1930er Jahre. Arbeitete auch für verschiedene Magazine. Bekanntes Fotobuch „Day of Paris“ von 1945. Ikone der Fotografie – Teller mit Gabel.
- William Klein, USA (1928–2022) – Pressefotograf. Der Antifotograf. Sein Stil war die kompromisslose Straßenfotografie. Von 1954 bis 1966 arbeitete er für das Magazin Vogue, danach als unabhängiger Fotograf.
- Inez van Lamsweerde und Venoodh Matadin, Niederlande (1963) – Modefotografenduo der Modefotografie. Sie sind durch ihre vielfältigen Arbeiten für Modemagazine, Werbekampagnen und ihre unabhängigen Kunstarbeiten bekannt.
- Annie Leibovitz, USA (1949) – Porträtfotografin. Legendäre Porträtfotografin. Begann ihre Karriere in den 1960er Jahren als Fotojournalistin. Porträtierte seitdem zahllose Prominente der Musikszene, der Politik und des Films. Zählt zu den bekanntesten und bestbezahlten Fotografen der Welt.
- Saul Leiter, USA (1923–2013) – Fine Art Fotograf. Gehörte zur New York School. Mit seinen frühen Farbfotos war er Vertreter der New Color Photography der 1950er und 1960er Jahre in den USA.
- Peter Lindbergh, Frankreich (1944–2019) – Modefotograf der Moderne. Fotograf und Filmemacher. Er lebte in Paris, New York und Arles. Arbeitete für die Vogue und andere Modemagazine.
- George Platt Lynes, USA (1907–1955) – Klassischer Modefotograf. Bedeutender Mode- und Porträtfotograf der 1930er und 1940er Jahre in den USA. Seine männlichen Aktfotos hinterließ er dem Kinsey Institute for Research in Sex.
- Robert Mapplethorpe, USA (1946–1989) – Aktfotograf. Viele Persönlichkeiten ließen sich von ihm porträtieren, unter anderem Andy Warhol, Deborah Harry, Richard Gere, Peter Gabriel, Grace Jones, Paloma Picasso und Patti Smith.
- Don McCullin, USA (1935) – Pressefotograf. Äußerst kritische Berichterstattung über den Vietnamkrieg und den Nordirlandkonflikt.
- Steve McCurry, USA (1950) – Fotojournalist. Mitglied der internationalen Fotoagentur Magnum Photos. Herausragende Reportagen aus diversen Krisengebieten seit den 1980er Jahren. Foto eines afghanischen Mädchens von1985 ist eins der am häufigsten publizierten Bilder der Geschichte.
- Adolphe de Meyer, Frankreich (1868–1946) – Fotograf des Piktorialismus. Legendärer Fotograf des Piktorialismus und Pionier der Modefotografie als erster professioneller Modefotograf überhaupt für die Zeitschriften Vogue und Harper’s Bazaar.

- Zanele Muholi, Südafrika (1972) – Fotokünstlerin. Fotografin und Aktivistin für die Rechte der LGBT Community in Südafrika. Wichtiges Fotobuch: Somnyama Ngonyama.
- Arnold Newman, USA (1918–2006) – Porträtfotograf. Einer der einflussreichsten Porträtfotografen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
- Helmut Newton, Deutschland (1920–2004) – Modefotograf der Moderne. Sein Bildband Sumo, 1. Ausgabe handsigniert, wurde mit einem Verkaufspreis von 620.000 USD zum teuersten Buch des 20. Jahrhunderts. Seit den 1970er Jahren war Newton einer der begehrtesten und teuersten Mode-, Werbe-, Porträt- und Aktfotografen der Welt.
- Irving Penn, USA (1917–2009) – Klassischer Modefotograf. Fotografenlegende der 1940er bis 1960er Jahre mit eigenen Fotostudios in New York und Paris. Arbeitete als Modefotograf und erstellte Porträts von berühmten Zeitgenossen und Stilleben.

- Man Ray, Frankreich (1890–1976) – Fotograf der neuen Sachlichkeit. Bedeutender Fotograf und Künstler des Dadaismus und Surrealismus. Vielschichtiger Impulsgeber für die moderne Fotografie der 1920er und 1930er Jahre in Paris. Schuf einige Ikonen der Fotografie. Wird heute zu Höchstpreisen gehandelt.
- Albert Renger-Patzsch, Deutschland (1897–1966) – Fotograf der neuen Sachlichkeit. Wichtiger Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Spezialisiert auf Sachaufnahmen. 1928 erschien sein berühmtes Fotobuch Die Welt ist schön.
- Bettina Rheims, Frankreich (*1952) – Aktfotografin. Provokant erotische Inszenierungen ihrer Akt- und Glamourfotografie machten sie weltweit bekannt. Porträtierte auch zahlreiche Künstler und Politiker.
- Marc Riboud, Frankreich (1923–2016) – Pressefotograf. Mitglied der internationalen Fotoagentur Magnum Photos. Besonders berühmt wurde sein Foto von Zazou dem Anstreicher des Tour d’Eiffel von 1953.
- Herb Ritts, USA (1952–2002) – Modefotograf der Moderne. In den 1980er und 1990er Jahren Modefotograf für Magazine wie Harper’s Bazaar, Rolling Stone, Vanity Fair und Vogue. Ungewöhnliche Porträts von Persönlichkeiten wie Kofi Annan, Cindy Crawford, dem Dalai Lama, Madonna, Sir Elton John, Jack Nicholson oder Elizabeth Taylor. Mit Madonna verband Ritts lange Jahre eine besonders rege Zusammenarbeit.
- Willy Ronis, Frankreich (1910–2009) – Pressefotograf. Mitglied der Groupe des XV und wichtiger Vertreter der humanistischen Fotografie in Frankreich. Fotografische Studien des normalen Leben auf der Straße in Paris und der Provence.
- Sebastião Salgado, Brasilien (1944–2025) – Fotojournalist. Sozial engagierte Fotografenlegende. Mitglied der internationalen Fotoagentur Magnum Photos. Berühmt durch seine Fotos der brennenden Ölfelder in Kuweit 1991. Zahlreiche Fotobücher in Schwarzweiß über Arbeiter, Migranten und Naturvölker.

- August Sander, Deutschland (1876–1964) – Porträtfotograf. Einer der für die Porträtgeschichte einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Mit seinem Werk Menschen des 20. Jahrhunderts schuf er 1925 ein epochemachendes Fotoprojekt.
- Cindy Sherman, USA (*1954) – Fotokünstlerin. Als Fotokünstlerin aktiv seit den 1980er Jahren mit sich selbst inszenierenden Fotografien. 2012 große Retrospektive im Museum of Modern Art in New York. Ihre Fotografien werden zu Höchstpreisen gehandelt.
- Stephen Shore, USA (*1947) – Fotograf des New Topographic Movement. Einer der bedeutendsten Fotografen Amerikas. Mit seinen Farbfotos gehört er zur Bewegung der New Color Photography der 1960er Jahre. Wichtiger Vertreter des New Topographic Movements in den USA der 1970er Jahre.
- W. Eugene Smith, USA (1918–1978) – Pressefotograf. Um seine künstlerische Freiheit zu wahren, wechselte Smith 1955 vom Magazin Life zur Fotoagentur Magnum Photos. Seine erste Arbeit galt der Stahlstadt Pittsburgh. Smiths Einzelgängertum und seine Integrität als Künstler machten ihn zu einem Helden.
- Edward Steichen, USA (1879–1973) – Fotograf des Piktorialismus. Um 1900 Fotograf des Piktorialismus und Mitglied der Photo Secession. Später Modefotograf für die Vogue. Organisierte die Fotoausstellung The Family of Man für das Museum of Modern Art in New York 1955.
