Stichworte und Schlagworte der Fotografie

Die Geschichte der analogen Fotografie wurde geprägt von technologischen Neuerungen, unzähligen fotografischen Verfahren, journalistischen und künstlerischen Trends, die sich in Schlagworten und Stichworten wiederfanden.

Dokumentarische Fotografie verweist auf die Fotografie als Dokument, also auf die Fotografie als Beweis der Wahrheit.

f/64 war der Name einer Fotografengruppe, die 1932 von Ansel Adams, Imogen Cunningham, John Paul Edwards, Sonya Noskowiak, Henry Swift und Willard van Dyke in den USA gegründet wurde. Alle Bereiche einer Aufnahme mussten scharf sein, was mit einer sehr kleinen Blendenöffnung von f/64 erreicht wurde, woraus sich Name der Fotografenvereinigung ableitete. Der Kopf der Bewegung war Edward Weston. Er forderte Präsentation statt Interpretation.

Farm Security Administration (FSA) war eine US amerikanische staatliche Organisation zur Unterstützung verarmter Farmer und wurde zum Ausgangspunkt der sozialdokumentarischen Fotografie in den USA in den 1930er Jahren. Die FSA beauftragte mehr 23 Fotografen, das Schicksal der Landbevölkerung zu dokumentieren. Von 1935 bis 1944 entstanden 250 000 Bilder. Besonders zu erwähnen sind die Fotografen Jack Delano, Walker Evans, Dorothea Lange, Arthur Rothstein, Russell Lee, Marion Post Wolcott und Gordon Parks, die mit dem Elend der Farmer als Fotografen berühmt wurden. Die Aufnahmen sind heute in der Washingtoner Library of Congress digital verfügbar.

Fine Art Fotografie ist ein nicht näher definierter Begriff für „Künstlerische Fotografie“ oder „Kunstfotografie“. Am häufigsten trifft man auf „Fine-Art“ im Bereich des Bilddruckes auf verschiedenste Trägermaterialien – meist Papier. Der Begriff „Fine-Art“ wird dabei häufig aus Marketinggründen zur Aufwertung der unlimitierten oder sehr hohen Auflagen von Bilddrucken kommerzieller Druckdienstleister angeboten. Dabei ist “Fine Art” eher ein schöpferischer Prozess, der als Unikat oder streng limitierte Auflage ausgegeben wird, um den Wert zu unterstreichen bzw. zu steigern.

Eine Fotocollage ist ein Kunstwerk, das aus mehreren Teilen aus Fotos, Texten, Papier und anderen Objekten zusammengesetzt, bzw. zusammengeklebt wird. So entsteht aus Einzelteilen ein neues Gesamtkunstwerk. Der Unterschied zur Montage besteht darin, dass bei einer Collage die Einzelteile als solche ersichtlich bleiben, während bei der Montage die Einzelteile so verschmelzen, dass diese nicht mehr erkennbar sind, z.B. bei einer Fotomontage. Die 1916 in Zürich gegründete Dada-Bewegung inspirierte Fotografen wie Raoul Hausmann, George Grosz und John Heartfield zur Kunst der Fotocollage.

Die humanistische Fotografie entwickelte sich in den 1930er Jahren zunächst in Frankreich, getragen von Fotografen wie Édouard Boubat, Henri Cartier-Bresson, Robert Doisneau, Marc Riboud, Willy Ronis und Sabine Weiss. Die Tradition der humanistischen Fotografie, die sich dem täglichen Leben der Menschen zuwendet, ohne anzuklagen, wurde in den USA fortgesetzt, zum Beispiel von LIFE-Fotografen wie W. Eugene Smith.

Kodachrome war der Name eines legendären Farbfilms, der ab 1936 von Kodak produziert wurde. Seine Qualität blieb über 70 Jahre unerreicht, sowohl in der Amateurfotografie als auch in der professionellen Studiofotografie.

In der Kombinationsfotografie werden mehrere Einzelaufnahmen gezielt zu einem Gesamtbild kombiniert, ähnlich wie bei einer Fotomontage. Ein früher Meister dieser Kunst war Robert Peach Robinson, ein Vorreiter des Piktorialismus. Später wurde diese Technik gerne zum Fälschen von historischen Fotografien benutzt durch Hinzufügen oder Weglassen von Personen.

Modernismus ist ein Oberbegriff für künstlerische Tendenzen in der Fotografie der 1920er Jahre. Die gesellschaftlich turbulenten 1920er Jahre machten Schluss mit der bildhaften Fotografie des Piktorialismus. Die Zeit des Modernismus begann. Die Fotografie stand jetzt für sich selbst und erhielt eine eigene, neue Wertigkeit, auch gefördert durch die Verfügbarkeit von hochwertigen fotografischen Materialien, die mittlerweile industriell hergestellt wurden und überall zur Verfügung standen. Die Zeit der experimentellen Fotografie begann. Die Fotografie des Modernismus wurde zu einer weltweiten Bewegung und beeinflusste den Stil der Fotografie der folgenden Jahrzehnte.

Ein Neues Sehen wurde in den zwanziger Jahren des 20. Jahr­hun­derts von den Künstlern des Bauhauses propagiert. Das Bauhaus war eine 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründete Kunstschule. Nach Art und Konzeption war sie damals etwas völlig Neues, da das Bauhaus eine Zusammen­führung von Kunst und Hand­werk darstellte.

New American Color Photography wurde der Name der Bewegung, der 1976 nach der Ausstellung von William Eggleston im Museum of Modern Art in New York geprägt wurde. Neben Eggleston sprengten in den späten 1960er und 1970er Jahren auch die Fotografen Joel Sternfeld, Stephen Shore, Joel Meyerowitz, Alex Webb und Richard Misrach als wichtigste Vertreter der New Color Photography die Grenzen der konventionellen und künstlerischen Fotografie durch den gezielten Einsatz von Farbe als wichtigstem Gestaltungselement. Weitere wichtige Protagonisten der Zeit waren die ebenfalls US-amerikanischen Fotografen William Christenberry, Marie Cosindas, Mitch Epstein, Robert Herman, Fred Herzog und John Margolies. Sie alle konzentrierten sich auf das zeitgenössische Leben und die rohen Dimensionen der Vorstädte. Sie folgten den Spuren des amerikanischen Traums ohne zu bewerten.

Das New Topographic Movement ist eine zeitgenössische Stilrichtung der Fotografie, die in den USA während der 1970er Jahre entstand. Die Bezeichnung leitet sich ab von der 1975 im George Eastman House in Rochester, New York, durchgeführten Ausstellung mit dem Titel New Topographics: Photographs of a Man-altered Landscape („Neue Topographien: Fotografien der vom Menschen veränderten Landschaft“) mit Fotografien der 10 Fotografen Robert Adams, Lewis Baltz, Bernd und Hilla Becher, Joe Deal, Frank Gohlke, Richard Misrach, Nicolas Nixon, John Schott, Stephen Shore und Henry Wessel. Viele Aufnahmen entstanden mit Großformatkameras.

Der Piktorialismus war eine Strömung der Kunstfotografie um 1900, auch als bildmäßige (nach dem englischen pictorial) Fotografie bezeichnet. Der Piktorialismus zeichnet sich vor allem durch die wechselseitigen Inspirationen zwischen Fotografie, Malerei und den anderen grafischen Künsten aus. Man setzte auf intensive Dunkelkammerarbeit, spezielle Abzugsverfahren und grobe Papiere. Seine Blütezeit fand der Piktorialismus zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg, in Japan noch bis etwa 1925; piktorialistische Fotografien wurden allerdings teilweise noch bis zum Ende der 1950er Jahre angefertigt. Erklärtes Ziel des Piktorialismus war es, die Fotografie als vollwertiges künstlerisches Ausdrucksmittel zu etablieren. Stilistisch orientierte man sich zunächst insbesondere am Naturalismus in der Malerei, dann aber auch am Impressionismus, Symbolismus und Jugendstil.

Die reine Fotografie oder straight photography ist eine fotografische Stilrichtung, bei der das fotografierte Objekt mit allen Details scharf abgebildet wird, in Abgrenzung zu anderen Stilrichtungen wie dem Piktorialismus oder der Malerei. Die Reine Fotografie wandte sich gegen die manuelle Nachbearbeitung der Fotos. Die Bilder sollten keine Unschärfe zeigen, die Positive wurden nicht manipuliert. Die technischen Möglichkeiten der Fotografie wurden dabei voll ausgeschöpft. Die Bewegung der reinen Fotografie entstand bereits 1904 und wurde auch vom Herausgeber von Camera Work Alfred Stieglitz und später von Fotografen wie Paul Strand und Edward Weston aufgegriffen und verbreitete sich zunächst bei den Fotografen der Westküste Amerikas. Edward Weston, Ansel Adams und andere trieben die Straight Photography besonders in den 1930er Jahren voran. Aus dieser Bewegung ging die Fotografengruppe f/64 hervor.

Retusche bezeichnet das nachträgliche Bearbeiten des fotografischen Materials. Im einfachsten Fall werden Staubkörner oder kleine Kratzer auf den Negativen mit Tusche auf dem Fotopapier abgedeckt. Auch die großformatigen Negative wurden schon früh retuschiert, zum Beispiel auch um Gesichtszüge faltenfrei und fleckenfrei zu machen.

Die Sozialdokumentarische Fotografie trat insbesondere durch die fotografische Praxis der Farm Security Administration (FSA) ins Bewusstsein der Foto- und Kunstgeschichte. Für die FSA fotografierten mehrere Fotografen, die Fotogeschichte schrieben, wie z. B. Walker Evans und Dorothea Lange. Sie dokumentierten in beeindruckender Weise für die FSA die Lebenssituation armer Farmer, deren ökonomische Existenz bedroht war. Die Themen Beispiele sind vielfältig: Kinderarbeit, Hunger, Obdachlosigkeit, Armut usw.

Die Straßenfotografie entwickelte sich in der Mitte des 20. Jahrhunderts aus der sozialdokumentarischen Fotografie. Sie zeigt unbeeinflusste Momente aus dem Alltagsleben. Robert Frank zeigt in seinem Schlüsselwerk „The Americans“ von 1956 die sozialen Realitäten in den USA. Weitere wichtige Legenden der Straßenfotografie waren Diane Arbus mit ihren Porträts von marginalisierten Menschen, Bruce Davidson mit Berichten über die amerikanische Bürgerrechtsbewegung, Lee Friedlander als Chronist des amerikanischen Alltags, Gordon Parks als erster schwarzer Reporter beim Nachrichtenmagazin Life, Garry Winogrand mit seinem Schnappschussstil und William Klein mit seiner kompromisslosen, fast brutalen Straßenfotografie.

Die Subjektive Fotografie wurde vom deutschen Fotografen Otto Steinert, einem Mitglied der Gruppe fotoform, zu Beginn der 1950er Jahre begründet. Sie verstand sich ausdrücklich als künstlerische und experimentelle Fotografie. Die Subjektive Fotografie will nicht die objektive Wirklichkeit einer Situation wiedergeben, sondern nur deren bildhafte Deutung. Eine subjektive Interpretation des Betrachters ist nötig und dessen Phantasie gefordert. Wichtige Vertreter der Subjektiven Fotografie waren Kilian Breier, Chargesheimer, Heinz Hajek-Halke, Peter Keetman, Siegfried Lauterwasser, Toni Schneiders, Otto Steinert, Carl Strüwe und Ludwig Windstosser.

You press the bottom, we do the rest“. Ein legendärer Werbespruch der Firma Kodak wurde zum geflügelten Wort für die Amateurfotografie ab 1888 und zum Startpunkt der rasanten Entwicklung der Firma Kodak. Der Amateurfotograf brauchte nur auf den Auslöser der bereits fertig geladenen Kamera zu drücken. Die Firma Kodak machte dann den Rest, entwickelte den Film und lieferte Papierabzüge.