Begriffe der analogen Fotografie

Viele Begriffe der analogen Fotografie sind mittlerweile aus dem täglichen Sprachgebrauch verschwunden. Mit ihnen verschwanden auch die Verfahren, Hersteller und Materialien, die über 150 Jahre lang die Welt der Fotografie bestimmten. Unter analoger Fotografie verstehen wir heute die Chemie basierten Verfahren und Materialien, die auf der Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen beruhten.



Der Begriff der „analogen Fotografie“ wurde erst nach der Jahrtausendwende als Abgrenzung zur digitalen Fotografie eingeführt.

Definitionen und Grundbegriffe der Fotografie

Analoge fotografische Verfahren basieren auf der Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen (Silberhalogeniden) wie Silberchlorid (AgCl), Silberbromid (AgBr) und Silberjodid (AgJ). Durch die Belichtung der fotografischen Schicht bildet sich elementares Silber, das einen dunklen Farbton erzeugt.

Es entsteht zunächst ein Negativ mit umgekehrten Helligkeitswerten. Helle Partien werden im Negativ dunkel abgebildet. Hier hat das Licht eine chemische Veränderung der Silbersalze bewirkt. Nach der Belichtung folgt die sogenannte Entwicklung, bei der das zunächst noch unsichtbare latente Negativbild durch chemische Verstärkung sichtbar gemacht wird. Die dunklen Flächen des Bildes werden dabei durch fein verteilte Silberkörnchen gebildet. Durch Umkopieren des Negativs auf eine lichtempfindliches Fotopapier entsteht ein Positiv Abzug als Print.

Glasplattennegative im Trockenständer
Glasplattennegative im Trockenständer

In den ersten hundert Jahren der Fotografie bis weit in die 1930er Jahre hinein wurde hauptsächlich auf Glasplatten als Aufnahmematerial fotografiert, die mit einer lichtempfindlichen Emulsion überzogen waren. Im 20. Jahrhundert kamen dann zunehmend flexible Materialien zum Einsatz, zunächst der Rollfilm in verschiedenen Formaten und dann in den 1930er Jahren der Kleinbildfilm. Diese Filmmaterialien dominierten den Fotomarkt bis zur Jahrtausendwende. Kommerzielle Farbmaterialien waren seit Beginn des 20. Jahrhundert verfügbar.

Frühe Bezeichnungen für die ersten fotografischen Versuche waren „Heliografie“ oder im deutschen Sprachraum „Lichtzeichenkunst„. Der Begriff Fotografie oder in der englischen Schreibweise photography wurde zum ersten Mal 1839 vom englischen Wissenschaftler John Herschel (1792–1871) in einem Brief an den englischen Erfinder der Fotografie Henri Fox Talbot verwendet. Seine Wortschöpfung geht auf die griechischen Wörter „photos“ (Licht) und „graphein“ (schreiben), also „mit Licht zeichnen“ zurück. Herschel bevorzugte die Bezeichnung photographic vor dem bis dahin von Talbot verwendeten photogenic

Herschel prägte auch die neuen Begriffe Positiv und Negativ als Beschreibung für Talbot’s zweistufiges fotografisches Verfahren, bei dem durch Umkopieren aus einer negativen Aufnahme ein positives Papierbild entstand. Er war auch der Urheber des Fixierprozesses mit Hilfe von Natriumthiosulfat, der in den nächsten 150 Jahren für alle fotografischen Materialien angewendet wurde. 

Der Begriff Lichtbild wurde 1839 in Deutschland als weiterer Oberbegriff für die Verfahren der Fotografie eingeführt. Ein Lichtbildner macht Lichtbilder.

Der Beruf des Fotografen wird in den meisten Sprachen als Fotograf (fr.: photographe, en.: photographer) bezeichnet. Im Deutschen wurde in den 1970er Jahren die Schreibweise mit „F“ statt „Ph“ eingeführt.

Der Vorgang des Fotografierens wird bezeichnet mit fotografieren, eine Aufnahme machen, schießen, knipsen (eher abfällig) oder ablichten (veraltet), im Englischen make a photo, take a photo oder shoot a photo, im Französischen prendre une photo

Eine fotografische Aufnahme wird ebenfalls als Fotografie oder kurz als Foto bezeichnet (engl.: photograph, frame; franz.: épreuve) oder auch als Druck (Silberdruck, Pigmentdruck), Abzug, Print, Vergrößerung oder Lichtbild.

Spiegelreflexkamera für Fotoplatten, 1906
Spiegelreflexkamera für Fotoplatten, 1906

Das Wort Kamera hat sich in allen Sprachen eingebürgert und wird sowohl bei der Aufnahme von Standbildern als auch von Kinofilmen verwendet. Im Französischen findet man auch den Begriff chambre für historische Kameras, was auf den Wortursprung als Bezeichnung für einen geschlossenen Raum hindeutet, woraus sich auch der ursprüngliche Begriff Camera Obscura ableitet, ein abgedunkelter Raum mit einem kleinen Loch oder einer Linse in einer Wand und der Projektionsfläche auf der gegenüber liegenden Wand.

Die Kameras entwickelten sich im Laufe der Zeit von schweren und großen Plattenkameras aus Holz über Rollfilmkameras zu Sucherkameras und Spiegelreflexkameras und schließlich zu vollautomatischen Point&Shoot Kamers, wobei die Geräte immer kompakter und handlicher wurden.

erstes serienmäßig hergestelltes Porträtobjektiv von Voigtländer, 1841
Erstes serienmäßig hergestelltes Porträtobjektiv von Voigtländer, 1841

Alle Kameras verwenden Objektive (engl.: lens), eine Kombination aus verschiedenen geschliffenen Linsen, die ein abbildendes System bilden. Das Objektiv als unbestechliches Auge der Kamera deutet auch auf seine zweite Bedeutung des Wortes hin, die Objektivität einer fotografischen Abbildung – im Gegensatz zu einer Zeichnung, bei der der Künstler entscheidet, was er darstellen und was er weglassen will. Wichtige Bauarten von Objektiven sind Porträtobjektive, Makroobjektive, Teleobjektive, Weitwinkelobjektive und Zoomobjektive. Objektive werden definiert durch ihre Eigenschaften Brennweite und Lichtstärke. Einen entscheidenden Einfluss auf ihre Größe hat der Durchmesser des in der Aufnahmeebene erzeugten Bildkreises.

Sucherkamera, ca. 1900
Urtyp einer Sucherkamera, ca. 1880

Im Deutschen blickt man durch einen Sucher in einer klassischen Kamera, um das zu fotografierende Objekt anzuvisieren, im Englischen ist das der finder oder view finder, im Französischen spricht man vom viseur. Die Sucher wurden im Laufe der Zeit zu hochkomplexen Instrumenten, die nicht nur den exakten Bildausschnitt und die Schärfe präzise darstellten, sondern auch Informationen über die korrekte Belichtung anzeigten.

Um das lichtempfindliche Material zu belichten, wurde ein Verschlussmechanismus mit Hilfe eines Auslösers betätigt, der den Weg für das auf das Aufnahmematerial freimachte. Ein Verschluss und der dazugehörige Auslöser (en.: shutter-release button; fr.: déclencheur) wurden im 20. Jahrhundert zum festen Bestandteil jeder Kamera. Ihre Form, Größe und Position auf der Kamera wurde zu einem Markenzeichen der Kamerahersteller.

Kleines Lexikon der analogen Fotografie

35 mm Film ist ein Filmformat, bei dem der Filmstreifen 35 mm breit ist. Er wurde 1893 zum Aufzeichnen der ersten Kinofilme entwickelt. Später wurde er in der Fotografie als so genannter Kleinbildfilm verwendet. In beiden Bereichen wurde er in den nächsten 100 Jahren zum meistgenutzten Filmformat. Der 35 mm breite, für den Filmtransport mit einer doppelseitigen Perforation versehene Filmstreifen wurde für die Fotografie in Konfektionierungen von 12, 24 und 36 Bildern angeboten. In Filmpatronen führte ihn Kodak im Jahr 1934 unter der Bezeichnung 135 Filmtyp ein, mit dem so genannten Kleinbildformat von 24 mm x 36 mm.

Abbildungsmaßstab ist das Verhältnis der Bildgröße zur realen Objektgröße. Bei der Makrofotografie wird in der Regel von einem Abbildungsmaßstab von mindestens 1:1 oder größer gesprochen.

Abblenden bezeichnet das Einstellen der Blende im Objektiv einer Spiegelreflexkamera, nachdem das Bild bei offener Blende, also bei möglichst großer Helligkeit scharf gestellt wurde. Die richtige Blendeneinstellung war wichtig für die korrekte Belichtung und bestimmte die erforderliche Tiefenschärfe der Aufnahme.

Abwedeln war eine Technik in der Dunkelkammer beim Vergrößern von Negativen. Das Abwedeln ermöglichte eine teilweise Aufhellung von fotografischen Abbildungen durch die Benutzung eins Wedels, der über dem zu belichtenden Fotopapier hin und her bewegt wurde.

Abzug oder print (en.), épreuve (fr.), tirage (fr.) bezeichnet positive Bilder auf Papier, die von Negativen, Dias, Fotoplatten oder Filmen im Kontaktverfahren oder durch Vergrößerung hergestellt werden.

AGFA Werbung 1928
AGFA Werbung 1928

Agfa war ein großer deutscher Fotokonzern. Bereits 1867 als „Aktien-Gesellschaft für Anilin-Fabrikation“ gegründet, stand Agfa seit 1897 als Warenzeichen für „chemische Präparate für photographische Zwecke“. Am Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Agfa-Werke führender Hersteller fotochemischer Produkte in Deutschland. Zu Agfa gehörte ab 1925 auch das Camerawerk München, die Filmfabrik in Wolfen (Sachsen-Anhalt), zu DDR Zeiten weitergeführt als ORWO, und die Fotopapierproduktion in Leverkusen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 entwickelte sich Agfa in den 1950er Jahren als Tochter der Bayer AG wieder zum europäischen Marktführer im Bereich der Fotografie und der Produktion von Kameras, Filmen, Anlagen, Laborgeräten und fotochemischer Produkte. 1983 erzielte Agfa noch einen Weltumsatz von 5,9 Milliarden DM. 2005 gingen die Agfa-Werke in Konkurs.

Agfachrome war ab 1978 der neue Markenname für den bereits seit 1936 von Agfa produzierten Farbdiafilm Agfacolor-Neu.

Agfacolor als Markenname wurde zuerst 1916 für die Agfa Farbenplatte verwendet, die bis 1938 produziert wurde. Ab 1939 wurde der Markenname Agfacolor für diverse Farbnegativfilme verwendet.

Agfacolor-Neu wurde ab 1936 von Agfa auf den Markt gebracht. Er war der erste moderne Farbdiafilm (andere Bezeichnung Farbumkehrfilm) mit in den drei Farbschichten eingelagerten Farbkupplern. Die Empfindlichkeit des Films lag zunächst bei 7 ASA/10° DIN.

Aufnahmeformate: Bereits in der Anfangszeit der Fotografie ab 1839 gab es erste, häufig verwendete Größen für Fotoplatten und Daguerreotypien. Ein Ganzplatte war 165 mm × 216 mm groß. Abgeleitet von diesem Format gab es Halb- (114×140), Viertel- (83×108), Sechstel- (70×83) und Neuntel-Platten (51×64). Für die Aufnahmen mit Gelatine Trockenplatten waren ab 1880  industriell hergestellte Formate üblich: 9 cm × 12 cm, 4“x5“, 13 × 18 cm, 5×7 inch (12,7 x 17,8 cm), 8×10 inch (20,3 x 25,4 cm), 18 cm × 24 cm, 11×14 inch (27,9 x 35,6 cm) und größer. Da jedes Kameramodell seine eigenen Formate definierte und darüber hinaus im europäischen Raum metrisch und im englischsprachigen Raum mit Zoll gemessen wurde, gab es am Anfang des 20. Jahrhunderts einige hundert Bildformate für fotografische Aufnahmen. Seit den 1930er Jahren setzten sich dann im Wesentlichen zwei Formate als Standard durch: das Kleinbildformat von 24 mm x 36 mm und das Mittelformat von 6 cm x 6 cm.

Auskopierpapier (oder auch: printing out paper POP) ist ein Fotopapier, das solange im Kontaktverfahren mit einem Negativ belichtet wird, bis sich das Papier verfärbt und das Bild vollständig hervorgetreten ist. Das Papier muss dann nur noch – ohne zusätzliche Entwicklung – in einem Bad mit Fixiersalz fixiert und anschließend ausgiebig gewässert werden. Auskopierpapiere wurden bis in die 1920er Jahre hinein für Abzüge im Kontaktverfahren für die Belichtung unter Tageslicht verwendet.

Aufnahme auf einer Autochrome Farbplatte, ca. 1910
Aufnahme auf einer Autochrome Farbplatte, ca. 1910

Autochrome war ein so genanntes Farbrasterverfahren, das von den Brüdern Lumière ab 1907 in Frankreich hergestellt wurde. Autochrome war das erste kommerziell erhältliche Farbverfahren zur Herstellung von farbigen Farbdiapositiven, das auch für Amateure anwendbar war. Schon 1908 wurden erste Autochromes durch Farbdrucke reproduziert. Die Autochrome Materialien wurden am Ende der 1930er Jahre durch „moderne“ Farbfilme wie dem dem Kodachrome verdrängt.

Autofokus (kurz: AF) wird die Technik einer Kamera genannt, automatisch auf das Motiv scharfzustellen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen aktivem Autofokus, der auch bei völliger Dunkelheit funktioniert, und passivem Autofokus, bei dem nur das vom Motiv abgestrahlte oder reflektierte Licht verwendet wird. Die erste Kamera, die in Deutschland mit einem eingebauten Autofokus verkauft wurde, war im November 1977 die Konica C35 AF. Darauf folgten von allen Herstellern sehr schnell unterschiedlichste Varianten. Das Ausstattungsmerkmal wurde im Amateurbereich innerhalb eines Jahres zum Standard bei neuen Kameras.

Die Balgenkamera (engl.: bellow camera; franz.: caméra à soufflet, chambre) war eine Weiterentwicklung der frühen Schiebekastenkamera, die noch komplett aus Holz gefertigt war. Für den Auszug wurde eine lichtdichter Balgen aus Stoff verwendet, wodurch sie weniger Platz benötigten und leichter waren. Auch die sehr verbreiteten Klappkameras und Laufbodenkameras zu Beginn des 20. Jahrhunderts verwendeten einen Balgen als Verbindung zwischen der Objektivstandarte und der Bildebene. 

Barytpapier ersetzte ab ca. 1870 das klassische Fotopapier aus Rohpapier, also aus Zellulose, das sich bei der nassen Verarbeitung mit Chemikalien vollsaugte. Beim Baryt-Papier wird die Oberfläche des Rohpapiers geglättet und eine weiße Schicht aus aus Gelatine und Bariumsulfat (auch Baryt genannt) aufgetragen. Diese Barytschicht verhindert das Einsinken der fotografischen Emulsion in den Papierfilz. Barytpapier war bis zum Ende des 20. Jahrhunderts in der Schwarzweißfotografie im Einsatz.

Bei einer Belichtung fällt Licht durch ein Objektiv auf lichtempfindliches Material und verursacht dort eine zur Lichtmenge adäquate Schwärzung.

Eine Belichtungsautomatik gehörte seit den 1960er Jahren zur Grundausstattung einer jeden Kamera. Sie dient dazu, zur aktuellen Beleuchtungssituation die richtigen Kameraeinstellungen zu finden, wobei drei Parameter zu eine Rolle spielten: Die Empfindlichkeit des Films (oder Sensors), die Belichtungszeit für die Aufnahme und die Blendengröße, also das Öffnungsverhältnis des Objektivs. Diese drei Parameter werden so aufeinander abgestimmt, dass eine optimale Belichtung des lichtempfindlichen Materials stattfindet. Je nach Vorlieben des Fotografen wird entweder die passende Verschlusszeit zur gewählten Blende ermittelt wird (Zeitautomatik, auf Englisch: Aperture priority, Kürzel: A), oder die passende Blende zur voreingestellten Verschlusszeit (Blendenautomatik, auf Englisch: Shutter priority, Kürzel: S).

Belichtungsmesser messen die Intensität des Beleuchtungslichts. Sie lösten ab 1880 die bis dahin verwendeten Belichtungstabellen ab, die die Belichtungswerte anhand der Tageszeit und des Wetters definierten. Der erste mit einer Selenzelle bestückte elektrische Belichtungsmesser wurde von der US-amerikanischen Firma Weston in den USA im Jahr 1932 auf den Markt gebracht. Neuere Geräte und Belichtungsmesser in Kameras arbeiten seit den 1960er Jahren mit einem Cadmiumsulfid (CdS)-Fotowiderstand. Sie benötigen daher eine Batterie als Energiequelle, oft in Form einer Knopfzelle. 

Belichtungszeit (engl.: exposure time) ist die Dauer, für die sich der Verschluss einer Kamera öffnet und das Aufnahmemedium für den Lichtstrom des Objektivs freigibt. Übliche Belichtungszeiten sind: 1/8 – 1/15 – 1/30 – 1/60 – 1/125 – 1/250 – 1/500 – 1/1000 – 1/2000 s. Die für die Erzeugung einer Fotografie notwendige Belichtungszeit, um eine ausreichende Schwärzung der fotografischen Schicht hervorzurufen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Lichtempfindlichkeit der fotoempfindlichen Schicht, der Stärke der Beleuchtung und der Lichtstärke, bzw. Blendeneinstellung des Objektivs. Die ersten Daguerreotypien benötigten noch rund 20 Minuten Belichtungszeit für eine Aufnahme im vollen Sonnenlicht. Lichtstärkere Objektive, bessere Emulsionen und Prozesse führten bereits innerhalb von wenigen Jahren zu Belichtungszeiten von einigen Sekunden. Immer noch lange genug um die Belichtung durch Öffnen und Schließen des Objektivdeckels zu steuern.

Bildkreis ist der Durchmesser der von einem fotografischen Objektiv erzeugten kreisförmigen Abbildung in der Bildebene einer Kamera. In der Anfangszeit der Fotografie wurden häufig Aufnahmeformate von 13 cm x 18 cm verwendet, was zu mehreren Kilo schweren Objektiven mit einem entsprechend großen Bildkreis führte. In Smartphones kommen Sensoren zum Einsatz, die nur noch wenige Millimeter groß sind, was extrem kleine und leichte Objektive von nur wenigen Gramm Gewicht ermöglicht.

Blende (engl.: aperture) oder Irisblende bezeichnet in der angewandten Optik eine variable Öffnungsweite innerhalb eines Objektivs zum Steuern des Lichtflusses. Ihre Funktion entspricht der Iris des menschlichen Auges. Eine Irisblende besteht aus dünnen einzelnen Lamellen, die mechanisch verstellt werden können. 

Die Blendenzahl beschreibt das Verhältnis von Öffnungsdurchmesser zu Brennweite eines optischen Systems. Da die Blendezahl ein reziproker Wert ist, bedeutet eine große, weit geöffnete Blende eine kleine Blendenzahl. Die Blendenreihe ist so angelegt, dass die durch das Objektiv fallende Lichtmenge sich von Blendenstufe zu Blendenstufe halbiert, bzw. verdoppelt. Blendenzahlen werden international verwendet und sind in der Blendenreihe mit den folgenden Standardwerten festgelegt: k = f / 1,0 – 1,4 – 2 – 2,8 – 4 – 5,6 – 8 – 11 – 16 – 22 – 32 – 45 – 64. Als Lichtstärke gilt die der größtmögliche Blendendurchmesser eines Objektivs.

Metz Mecablitz, 1952

Blitzlicht (engl.: flash tube) bestand ab 1861 aus Magnesium, das entzündet wurde, um es bei der Fotografie als Lichtquelle zu benutzen. Es entstand ein grelles Licht, das schwer zu kontrollieren war. Abhilfe schaffte die Erfindung der Blitzlichtbirne durch den Physiker Johannes Ostermeier. Er entdeckte 1928, dass reines Magnesium oder Aluminium, das in einer Blitzlichtbirne in einer Sauerstoffatmosphäre untergebracht war, elektrisch gezündet werden konnte. Diese nur einmal zu benutzenden Blitzlichtbirnen blieben bis in die 1970er Jahre gebräuchlich und wurden dann von wieder aufladbaren Elektronenblitzen abgelöst.

AGFA Box Kamera 44, 1932
AGFA Box Kamera 44, 1932

Als Boxkamera wurden die ersten, sehr schlicht gehaltenen Rollfilmkameras bezeichnet wie die Kodak I von 1888 oder die sehr viel spätere AGFA Box. Sie waren als Einsteigerkameras gedacht und verfügten in der Regel über ein einfaches Fixfokusobjektiv und einen Auslöser mit einer festen Verschlusszeit von typischerweise 1/25s. Die meisten Boxkameras verwendeten den 6 cm breiten 120er Rollfilm für 12 Aufnahmen.

Camera obscura ist ein abgedunkelten Raum oder Kasten mit einer Linse, der als Zeichenhilfe dienen kann. Die Camera lucida lenkt das Licht über einen 45°-Spiegel um 90° nach oben um, so dass ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild auf einer Mattscheibe entsteht. Als Zeichenhilfe war die Camera Obscura bereits im 18. Jahrhundert sehr verbreitet.

C-Print (chromogenic colour print) ist ein chromogener, also Farbstoff erzeugender Fotodruck. Der C-Druck erzeugt die notwendigen Farbstoffe mit Hilfe von oxidierten Entwicklern. Der C-Print ist bis heute die Basis für alle Farbdrucke, also auch für digitale Abzüge auf echtem Fotopapier.

Cyanotypie (Blaudruck, Eisenblaudruck, Blaupause) ist ein fotografisches Verfahren, das bereits 1842 von William Herschel in England entwickelt wurde. Es handelt sich um ein Kopierpapier, das ohne Silbersalze auskommt. Das Verfahren beruht auf der Lichtempfindlichkeit von Eisensalzen und erzeugt blaue Bildtöne. Die Entwicklung des belichteten Papiers erfolgt in Wasser. An den belichteten Teilen bildet sich wasserunlösliches Berliner Blau, die unbelichteten Teile bleiben wasserlöslich und können unter fließendem Wasser ausgewaschen werden. Eine weitere Entwicklung oder Fixierung ist nicht notwendig.

Beispiel der frühen Reisefotografie auf Daguerreotypie Platten, 1841
Beispiel der frühen Reisefotografie auf Daguerreotypie Platten, 1841

Daguerreotypie ist eine fotografische Abbildung auf einer spiegelglatt polierten, mit Silber beschichteten Metalloberfläche, daher auch die Bezeichnung „Spiegel mit Gedächtnis„. Das Verfahren der Daguerreotypie wurde im Jahr 1839 von Daguerre in Frankreich veröffentlicht und lieferte fein nuancierte Bilder, die noch kleinste Details zeigten. Schwächen des Verfahrens waren das hohe Gesundheitsrisiko für den Fotografen (Umgang mit giftigen Quecksilber-Dämpfen) und eine seitenverkehrte Abbildung der aufgenommenen Motive. Ein Mangel war in der Anfangszeit darüber hinaus die recht geringe Lichtempfindlichkeit, die minutenlange Belichtungszeiten erforderte. Jede Daguerreotypie ist ein ein Unikat, das nicht vervielfältigt werden kann. 

Dias (auch: Diapositive) sind für die Projektion mit Diaprojektoren bestimmt. Sehr verbreitet waren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Kleinbilddias, die in kleinen Plastikrahmen von 5 x 5 cm Größe normiert waren. Alle Filmhersteller lieferten entsprechende Materialien wie Kodachrome, Agfachrome, Fujichrome, Ektrachrome und so weiter. Diaprojektoren gehörten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Grundausstattung eines jeden Haushalts.

DOP (developping out paper) bezeichnet „moderne“ Fotopapiere, die nach der Belichtung entwickelt werden. Sie sind durch ihre hohe Lichtempfindlichkeit auch in elektrischen Vergrößerungsgeräten verwendbar, im Gegensatz zu POP, die noch Tageslicht für die Belichtung benötigten. DOP Papiere lösten in den 1930er Jahren die POP Papiere ab.

DIN, ASA oder auch ISO definieren die Lichtempfindlichkeit von fotografischen Materialien. Der international verwendete ISO-Wert basiert auf den älteren Definitionen des deutschen DIN und der US-amerikanischen ASA. Die Normierungen stammen aus den 1930er Jahren. Die in Deutschland verwendeten DIN-Angaben wurden logarithmisch errechnet, eine Steigerung von 3 DIN bedeutet eine Verdopplung der Empfindlichkeit, bei der ASA Skalierung wächst die Empfindlichkeit proportional zur Zahlenangabe, so ist 400 ASA doppelt so empfindlich wie 200 ASA. Diese Angaben gelten auch für Digitalkameras. (DIN – Deutsches Institut für Normung, ASA – American Standard Association, ISO – International Standard Organisation).

Dreifarbendruck ein Aufnahme von Sergei Michailowitsch Prokudin-Gorski, 1910
Dreifarbendruck einer Aufnahme von Sergei Michailowitsch Prokudin-Gorski, 1910 (drei Einzelaufnahmen der Farbauszüge, rechts)

Dreifarbendruck war der Oberbegriff für fotografische Druckverfahren, um aus drei einzeln mit einer Kamera aufgenommenen Farbauszügen durch übereinander Drucken in den drei subtraktiven Grundfarben Yellow, Magenta und Cyan ein farbiges Papierbild herzustellen. Hierzu gehörten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Carbro-Verfahren, Duxochrom und das Dye Transfer Verfahren, das Naturfarbenphotographie-System NPG, die Uvatypie und Vivex Verfahren.

Dreifarbenfotografie beschreibt die Idee, mit Hilfe der drei additiven Grundfarben fotografische Abbildungen in Farbe zu erzeugen. Sie wurde bereits 1861 vom englischen Physiker James Clerk Maxwell (1831-1879) beschrieben und demonstriert. Er stellte mit dem nassen Kollodiumverfahren drei Aufnahmen aus demselben Blickwinkel her, wovon die erste durch einen Blaufilter, die zweite durch einen Grünfilter und die dritte schließlich durch einen Rotfilter gemacht wurden. Die durch Umkopieren fotografisch erstellten drei Auszugsdiapositive projizierte er mit einem Dreifachprojektor passgenau übereinander, wobei sich vor den drei Projektor Objektiven dieselben Farbfilter befanden, wie sie bei Aufnahme verwendet worden waren. Die Grundidee der Dreifarbenfotografie wurde zur Basis alle farbfotografischen Verfahren bis hin zur Digitalfotografie.

Druck (auch: print) wird im Deutschen für verschiedene Arten von Vervielfältigungen von Fotografien benutzt. Am Anfang des 20. Jahrhunderts kamen die so genannten Edeldruckverfahren zum Einsatz. Heute ist der Laserdruck oder die Elektrofotografie am bekanntesten. Im Englischen wird der Begriff „print“ auch für Abzüge von Negativen oder digitalen Aufnahmen auf Fotopapier verwendet.

Dunkelkammer (engl.: dark room) ist ein abgedunkelter Raum, in dem lichtempfindliche Materialien verarbeitet werden. Reisefotografen verwendeten in der Frühzeit der Fotografie lichtdichte Zelte als Dunkelkammer für die sofortige Verarbeitung der Fotoplatten. Eine moderne Dunkelkammer in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verfügte über ein Vergrößerungsgerät für Rollfilme und Kleinbildfilme, vier flache Schalen für die Nassverarbeitung, eine Entwicklungsdose für Rollfilme und Kleinbildfilme, eine Trockenpresse für Barytpapier und eine rote Dunkelkammerleuchte.

Dunkelkammerleuchten erlauben das Verarbeiten von Schwarzweiß Fotopapieren in einer Dunkelkammer bei rotem Licht , da diese Materialien nur für ein kleines Spektrum des sichtbaren Lichts empfindlich sind.

Edeldruckverfahren, oder auch Pigmentdruck oder Kunstdruckverfahren, sind ein Oberbegriff für Fotopapiere und Verfahren, die mit Farbpigmenten statt mit Silbersalzen als farbgebender Substanz arbeiten. Vor allem in der Zeit des Piktorialismus bis in die 1930er Jahre hinein wurden unterschiedlichste Edeldruckverfahren angewendet. Mit diesen Verfahren wurden dauerhaftere Abbildungen erzeugt als mit den üblichen Silber-basierten Materialien, die schnell ausbleichen konnten, vor allem wenn sie in hellen Räumen ausgestellt wurden. Beim Gummidruck oder Kohledruck wurden zum Beispiel Kohlepigmente benutzt. Ein weiterer Vorteil dieser Verfahren war, dass sie auf beliebige Papiersorten und Oberflächen aufgebracht werden konnten.

Einstufige Verfahren in der Fotografie sind solche, die nach der Aufnahme und der Entwicklung direkt das fertige Bild liefern ohne den Zwischenschritt über ein Negativ. Hierzu zählen das erste fotografische Verfahren überhaupt, die Daguerreotypie (1839), die Ambrotypie bzw. Ferrotypie (1855), die Autochrome Farbmaterialien (1908), die Polaroid Sofortbildfotografie (1948) und digitale Verfahren, die das Bild auf einem Monitor sichtbar machen (1990). Siehe auch: Zweistufige Verfahren

Ektachrome ist ein fotografischer Film zur Herstellung von Dias, der von Kodak 1946 auf den Markt gebracht wurde. Im Unterschied zum älteren Kodachrome sind die benötigten Farbkuppler bereits im Film enthalten. Die organischen Farbstoffe werden während der Filmentwicklung in den betreffenden Schichten gebildet und eingelagert. Dadurch lässt sich der Film nach dem einfacheren und schnelleren E-6 Prozess verarbeiten, was ihn zum Urtyp des Diafilms machte, wie er in der Folgezeit auch von allen anderen Fotomaterial Herstellern wie Agfa, Fuji, ORWO auf den Markt gebracht wurde.

Erste Kamera mit eingebautem Elektronenblitz,  Voigtländer Vitrona, 1964
Erste Kamera mit eingebautem Elektronenblitz, Voigtländer Vitrona, 1964

Elektronenblitz (oder auch flash tube) ist ein Blitzgerät, das mit einer auf der 1938 von Harold E. Edgerton am Massachusetts Institute of Technology entwickelten Gasentladungsröhre basierenden Blitzlampe arbeitet. Es gibt mithilfe des während der Gasentladung kurzzeitig unter hohem Druck stehenden Füllgases Xenon Licht ab, dessen Farbtemperatur etwa der des Tageslichts entspricht. Die notwendige elektrische Energie wird durch einen Kondensator bereitgestellt.

Emulsion steht in der Fotografie für eine Suspension lichtempfindlicher Silberhalogenidkristalle in einem geeigneten Trägermaterial wie Gelatine, Kollodium oder Eiweiß. Fotopapiere, Fotoplatten und Filme werden mit diesen Emulsionen beschichtet. Siehe auch: Fotoemulsion

Entfernungseinstellung oder auch Fokussierung ist die Realisierung einer scharfen Abbildung eines Objektes in der Bildebene eines optischen Systems. Die Entfernungseinstellung erfolgte bei frühen Kameras durch Verschieben des Objektivs auf einer Mattscheibe, später bei Plattenkameras durch einen in die Objektivfassung eingebauten Schneckengang, der den Objektivhub realisiert. Spezielle Varianten sind die Frontlinseneinstellung und die Innenfokussierung. Bis in die 1980er Jahre erfolgte die Fokussierung manuell, in den 1990er Jahren waren dann alle Kameras mit einem Autofokus ausgestattet.

Entwicklung (engl.: development) ist ein chemischer Prozess, bei dem das bei der Belichtung eines lichtempfindlichen Material entstandene latente Bild sichtbar gemacht wird. Durch den Entwickler (Reduktionsmittel) werden die belichteten Silberionen der Silberhalogenidkristalle zu elementarem Silber reduziert.

Film (auch Rollfilm, Kleinbildfilm, franz.: pellicule) hat verschiedene Bedeutungsebenen. In der Industrie steht Film für eine dünne Schicht, die auf ein Trägermaterial aufgebracht wird. Während im Deutschen eine Filmkamera eindeutig für die Aufnahme von bewegten Bildern steht, ist im Englischen Sprachgebrauch eine film camera ein Fotoapparat. Mit der Erfindung des Zelluloids und dessen Einsatz als Bildträger fand ein Bedeutungswandel statt. Heute versteht man unter Film eine mit einer Fotoemulsion beschichtete, transparente Folie aus Tri-Acetat oder Polyester.

Fotografische Filme gibt es für unterschiedliche Aufnahmeformate und in unterschiedlichen Längen; dabei wird eine Reihe von Konfektionierungstypen unterschieden. Gängige Formate sind der 35-mm-Film (auch: Kleinbildfilm) mit einem Negativ/Diaformat von 24 mm × 36 mm für 12, 24 oder 36 Aufnahmen. Für das „Mittelformat“ gibt es Rollfilm mit den Typenbezeichnungen 120 (einfache Länge), 220 (doppelte Länge) mit Bildformaten von 4,5 cm × 6 cm, 6 cm × 6 cm, 6 cm × 7 cm oder 6 cm × 9 cm, daneben Typ 127 für 4 cm × 4 cm (1½ “ × 1½“). Großformatkameras verwenden Planfilm. Seit dem Höhepunkt des Fotofilmverkaufs um das Jahr 2000 ging der weltweite Absatz stark zurück.

film camera bezeichnet im Englischen einen Fotoapparat, der klassische analoge Aufnahmematerialien wie Rollfilme oder Kleinbildfilme verwendet.

Fixfokusobjektive sind Objektivkonstruktionen, meist geringer Lichtstärke, mit einem fest eingestellten Fokuspunkt, die ein manuelles Fokussieren überflüssig machten. Sie wurden meist in einfachen, kostengünstigen Kameras wie zum Beispiel den Boxkameras eingesetzt.

Fixieren: Nach der chemischen Entwicklung von Filmen oder Fotopapieren auf Silberhalogenidbasis muss das verbliebene, unbelichtete Silbersalz aus der Emulsion entfernt werden, um eine weitere, ungewollte Reaktion mit Licht zu verhindern. Dieser Vorgang heißt Fixieren und geschieht durch Baden in einer Natriumthiosulfatlösung (Fixierbad). Die wasserunlöslichen Silberhalogenide werden durch die Fixiersalzlösung in einen löslichen Komplex überführt. Der entstandene Komplex diffundiert größtenteils schon im Fixierbad aus der Schicht, der Rest wird anschließend beim Wässern ausgewaschen. 

Ein Fotoapparat (engl.: film camera, still picture camera, still camera) ist eine andere deutsche Bezeichnung für Kamera.

Fotoemulsion ist eine dünne lichtempfindliche Schicht, mit der verschiedene Trägermaterialien wie Glas, Kunststofffolien oder Papier beschichtet werden. Die modernen Fotoemulsionen bestanden seit 1880 aus Gelatine als Bindemittel mit eingebetteten, lichtempfindlichen Halogeniden wie Silberchlorid, Silberbromid oder Silberiodid. Bei Farbfilmen werden mehrere Emulsionsschichten, die für unterschiedliche Farben empfindlich sind, übereinander auf den Bildträger aufgebracht.

Fotografie (engl.: photography) oder in der alten deutschen Schreibweise „Photographie“ setzt sich zusammen aus dem altgriechischen photós = ‚Licht‘ und graphein = ‚zeichnen‘, also „mit Licht zeichnen. Die Bezeichnung Fotografie geht auf den englischen Wissenschaftler John Herschel zurück, der 1839 damit das in England von Talbot erfundene fotografische Verfahren der Kalotypie beschrieb.

Fotografischer Elementarprozess: Beim silberbasierten fotografischen Prozess entstehen bei Lichteinfall auf den lichtempfindlichen Silberhalogenid-Kristiall für das Auge zunächst unsichtbare Keime aus metallischem Silber. Dieses latente Bild wird bei der chemischen Entwicklung verstärkt und sichtbar gemacht. Der bei der Belichtung gebildete Keim wirkt dabei als Katalysator für die anschließende Entwicklung. Dieser Vorgang spielt eine Rolle sowohl bei der Aufnahme als auch bei positiven Abzügen, sei es in Schwarzweiß oder in Farbe.

Fotogramme entstehen, wenn Gegenstände auf lichtempfindliches Fotopapier gelegt und dann mit weißem Licht belichtet werden. Fotogramme sind so alt wie die Fotografie selbst. Talbot fertigte noch vor der Erfindung der eigentlichen Fotografie photogenische Zeichnungen an, wie er sie nannte. Fotogramme wurden als Stilmittel beliebt in der Zeit des Dadaismus und Surrealismus.

Fotolabor, wie es bis in die 1990er Jahre in der analogen Fotografie verwendet wurde
Fotolabor, wie es bis in die 1990er Jahre in der analogen Fotografie verwendet wurde

Fotogrammetrie bezeichnet eine Gruppe von Messmethoden und Verfahren. Die ersten Verfahren der Photogrammetrie (oder in der neuen Schreibweise Fotogrammetrie) wurden bereits 1890 entwickelt. Fotogrammetrie, auch Bildmessung oder Triangulation genannt, ist eine Gruppe von berührungslosen Messmethoden und Auswerteverfahren, um aus fotografischen Aufnahmen eines Objektes aus leicht unterschiedlichen Bildwinkeln durch Bildmessung seine Lage, Form und Größe zu rekonstruieren.

Fotolabore sind Fachbetriebe, die sich mit der Entwicklung und Weiterverarbeitung von lichtempfindlichen Materialien und der Anfertigung von Abzügen oder Drucken beschäftigten. Später entwickelten sich daraus auch Großbetriebe für die massenhafte Verarbeitung von fotografischen Materialien, die mit aufwendigen Anlagen von Herstellern wie Kodak, Fuji oder AGFA ausgestattet waren.

Fotopapier ist ein Oberbegriff für Papiersorten, die mit einer lichtempfindlichen Schicht versehen sind. Die bis in die 1920er Jahre üblichen Auskopierpapiere wurden nach und nach durch empfindlichere Entwicklunags-Fotopapiere ersetzt. Fotopapier wird mit Hilfe eines Negativs entweder im Kontaktverfahren oder mit einem Vergrößerungsgerät belichtet. Durch die Umkehr der Tonwerte entsteht nach der Entwicklung und Fixierung ein positives fotografisches Bild.

Eine Fotoplatte ist eine Glasplatte, die mit einer lichtempfindlichen Schicht beschichtet ist. Von 1850 bis 1880 wurden Kollodium Nassplatten, ab 1880 so genannte Gelatine Trockenplatten verwendet. Seit den 1940er Jahren wurde das Trägermaterial durch Kunststoff ersetzt, sogenannten Planfilm.

Gelatine ist eine Schlüsselsubstanz der klassischen analogen Fotografie. Als Haftmittel für die fotografische Schicht eröffnete die Gelatine neue Möglichkeiten und revolutionierte die Fotografie. Seit 1879 wird für die Beschichtung aller lichtempfindlicher Materialien der Fotografie ausschließlich Gelatine verwendet. Die Gelatine löste andere Haftmittel wie Kollodium, Eiweiß oder Fischleim ab. Gelatine ist bis heute in allen handelsüblichen fotografischen Filmen und Fotopapieren enthalten. Auch viele moderne Foto-Druckpapiere für Tintenstrahldrucker haben immer noch eine Gelatine-Beschichtung. 

Gradation bezeichnet den Kontrastumfang von Fotopapier. Die Gradation wird bei Fotopapier durch Gradationszahlen angegeben: 0 = extraweich (= sehr diffus gräulich) – 1 = weich – 2 = spezial – 3 = normal – 4 = hart – 5 = extrahart (= fast nur schwarz und weiß). Die Gradation ist die Steigung (des geradlinigen Teils) der Schwärzungskurve, die den Zusammenhang von Lichteinfall und Grad der Schwärzung in der fotografischen Schicht darstellt. Steigt die Kurve stark (mehr als 45°), ist die Gradation hart und gibt Helligkeitsunterschiede im Motiv verstärkt wieder. 

Halogenide in fotografischen Materialien entstehen aus der Umsetzung von Natriumchlorid (NaCl), Kaliumbromid (KBr) oder Kaliumiodid (KI) mit Silbernitrat. Sie sind zusammengesetzt aus dem Kation Ag+ und dem Nitratanion NO3. Silberhalogenide bilden Kristallstrukturen, in denen die Elemente geladen vorliegen (Ag+, Cl) = Ionengitter. Diese Ionen spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung eines latenten Bildes. Sie sind nur für blaues und UV-Licht empfindlich. Auf größere Wellenlängen reagieren sie nicht. Daher müssen sie spektral sensibilisiert werden durch das Hinzufügen von Farbstoffen, welche die Lichtquanten einfangen und Elektronen in Richtung Kristall liefern. (siehe auch: fotografischer Elementarprozess)

Instamatic Kameras wurden von Kodak 1963 auf den Markt gebracht. Die einfachen Plastikkameras machten das Fotografieren narrensicher. Instamatic Kameras arbeiteten ausschließlich mit Farbmaterialien. Instamatic Kameras wurden ein großer Erfolg und bis in die 1970er Jahre hinein wurden 100 Kameramodelle mit insgesamt 50 Millionen Geräten von Kodak produziert. 

Talbot, Hauptwache in Frankfurt, 1846
Talbot: Kalotypie der Frankfurter Hauptwache, 1846

Kalotypie (engl.: calotype) ist ein fotografisches Verfahren der Pionierzeit der Fotografie. 1841 ließ der englische Erfinder der Fotografie Henry Fox Talbot (1800–1877) sein Verfahren der Kalotypie patentieren. Er entwickelte als Erster das wichtige Prinzip des Negativ-/Positiv-Verfahrens, das die Vervielfältigung eines fotografischen Bildes durch Abzüge vom Negativ ermöglichte und für die nächsten 165 Jahre die Grundidee der analogen Fotografie blieb. Durch die Verwendung von Papier als Trägermaterial für das Negativ waren Kalotypien recht grobkörnig. Die Abzüge wurden auf so genanntem Salzpapier angefertigt, das in seinem Aufbau dem Kalotypie-Papier für das Negativ ähnelte. Die Kalotypie wurde vor allem in der Reisefotografie und zum Ablichten von Monumenten genutzt.

Kamera (im Lateinischen steht camera für eine Kammer) ist zunächst ein geschlossener leerer Raum oder Kasten. An der Stirnseite befindet sich eine Öffnung mit einem Loch oder einem Objektiv und an der Rückseite eine Projektionsfläche für das Bild, das vom Objektiv erzeugt wird. In der klassischen Camera obscura, wie sie vor allem im 18. Jahrhundert gebräuchlich war, wurde das erzeugte Bild direkt auf einer Mattscheibe betrachtet und als Zeichenvorlage verwendet. Mit dem Aufkommen der fotografischen Verfahren seit 1839 wird das in der Kamera erzeugte Bild mittels lichtempfindlicher Materialien dauerhaft aufgezeichnet. Wichtige Kamerabauformen sind Studiokamera, Boxkamera, Rollfilmkamera, Kleinbildkamera, Sucherkamera, Spiegelreflexkamera, Sofortbildkamera, Kompaktkamera und Point & Shoot Kamera.

KB (Kleinbildfilm, en: 35 mm film) steht im deutschen Sprachraum als Abkürzung für das Kleinbildformat.

Kleinbild Negativ Filmstreifen
Kleinbild Negativ Filmstreifen mit Negativen im Format 24 mm x 46 mm

Kleinbildformat oder auch Vollformat, Normalformat: Das klassische Kleinbildformat von 24 mm x 36 mm entstand ursprünglich aus dem 35 mm breiten Kinofilm, der 1893 für die Kinofilmindustrie entwickelt wurde. Die 35 mm breiten Filmstreifen waren beidseitig perforiert bei einer nutzbaren Breite von 24 mm. Für die Verwendung in Fotoapparaten wurde der Film um 90° in die horizontale Position gedreht. Damit entstand das legendäre Format von 24 mm x 36 mm, das bis in das digitale Zeitalter überlebt hat und bei Digitalkameras auch heute noch als „Vollformat“ oder „Normalformat“ bezeichnet wird. Die Konfektionierung in Filmpatronen wurde unter der Bezeichnung 135 Film vermarktet. s. auch 35-mm-Film.

Kochsalz ist eine Schlüsselsubstanz der klassischen analogen Fotografie. Kochsalz (NaCl) und andere Salze bilden mit Silbernitrat die in der Fotografie ver­wendeten Silber­halogenide wie Silber­chlorid (AgCl), Silberbromid (AgBr) und Silberjodid (AgI). In einer fotografischen Schicht liegen die Silbersalze in Form feiner Kristalle von wenigen Mikrometer Größe vor. Durch Belichtung werden die Verbindungen aufgebrochen und elementares Silber frei gesetzt, das proportional zur Belichtung mehr oder weniger dunkel erscheint.

Kodachrome ist der Markenname eines von 1935 bis 2009 produzierten Umkehr- bzw. Diafilms des US-amerikanischen Unternehmens Kodak. 1935 brachte Kodak den ersten Kodachrome-Filmtyp als 16-mm-Schmalfilm auf den Markt, 1936 folgte der 35-mm-Kleinbildfilm für die Fotografie. Die Väter des legendären Films waren die Kodak-Mitarbeiter Leo Godowsky jun. und Leopold Mannes. Er wurde im Entwicklungsprozess K-14 verarbeitet und unterschied sich deutlich von allen anderen nachfolgenden Farbfilmen. Kein anderer Film hat die intensiven Kodachrome-Farben erreichen können. Seit seinem Erscheinen im Jahr 1935 war der Kodachrome das bevorzugte Diafilmmaterial vieler Berufsfotografen, zunächst vor allem in der Studiofotografie. Kodachrome wies eine hohe Schärfe, Feinkörnigkeit sowie lebendige Farben auf und ist in Archiven äußerst gut haltbar. Der Kodachrome ist eigentlich ein dreischichtiger Schwarz-Weiß-Film. Ihm fehlen die Farbkuppler zur Farbwiedergabe; diese sind erst im Entwickler enthalten. Die Entwicklung war hoch kompliziert wurde nur von Kodak selbst durchgeführt.

Kontaktabzug (engl.: contact print): Ein Negativ wird im Kontakt auf Fotopapier gelegt und belichtet. In der Frühzeit Fotografie bestimmte die Größe des Negativs die Größe des fertigen Bildes. Für Rollfilm und Kleinbildfilm wurden Kontaktkopien von kompletten Filmen angefertigt, um die Bilder besser beurteilen und auswählen zu können.

Latentes Bild: Bei den silberbasierten Fotoverfahren entsteht bei der Belichtung zunächst ein noch unsichtbares latentes Bild, das erst beim Entwicklungsvorgang hervorgerufen und sichtbar wird. 

Lichtbild oder Lichtbildnerei wurde ab 1839 in Deutschland als Oberbegriff für die Verfahren der Fotografie eingeführt.

Mattscheibe (auch Einstellscheibe, engl.: focusing screen, ground glass) ist eine lichtdurchlässige Scheibe mit einer rauhen Seite, die bei Fachkameras und Spiegelreflexkameras zum Einsatz kommt. Sie dient als Projektionsfläche des durch das Objektiv erzeugten Bildes zur manuellen Scharfstellung. Das Objektiv der Kamera entwirft auf der mattierten Fläche ein reelles Bild, sodass der Fotograf die Schärfe und den Ausschnitt einstellen und auch den Schärfeverlauf des Bildes beurteilen kann. 

Mehrschichtenmaterialien: Der erste Mehrschichtenfilm war der Kodachrome Farbdiafilm, der aus mehreren unterschiedlich sensibilisierten Emulsionsschichten bestand. Auch Farb-Fotopapier ist aus mehreren Farbschichten aufgebaut. Bei den chromogenen Materialien werden bei der Entwicklung die für das fertige Bild benötigten Farbstoffe gebildet.

legendäre Kleinbildkameras Leica und Contax
Zwei legendäre Messsucherkameras Leica I (1925) und Contax (1932)

Messsucherkameras (oder kurz: Sucherkamera oder engl.: rangefinder camera) kamen in den 1920er Jahren auf den Markt. Insbesondere die deutschen Kleinbildkameras Leica und Contax wurden als Messsucherkamera berühmt. Sie erlaubten die manuelle Messung der Entfernung zum Objekt und die simultane Übertragung des Messwerts an das Objektiv für die korrekte Scharfeinstellung.

Mittelformatfotografie: Der ungefähr 6 cm breite 120er Rollfilm war das typische Aufnahmematerial der Mittelformatfotografie für Aufnahmeformate von 6×6, 6×7 und 6×9 cm. Auch alle anderen Rollfilmformate, wie sie bis in die 1950er hinein produziert wurden, werden der Mittelformatfotografie zugerechnet. Im Vergleich zum relativ kleinen Kleinbildformat wurden Rollfilme vor allem in der professionelle Fotografie eingesetzt. Daneben gibt es im professionellen Studiobereich die noch größeren Planfilmmaterialien mit von größeren Formaten. Im Amateurbereich die kleineren Kleinbild- und Instamatic Filmformate.

Als Momentfotografie wurden die ersten fotografischen Aufnahmen von sich bewegenden Objekten mit kurzen Belichtungszeiten von Bruchteilen einer Sekunde bezeichnet. Technisch möglich wurden diese Aufnahmen durch die Erfindung von mechanischen Verschlüssen. Im einfachsten Fall waren es mechanische Klappen vor dem Objektiv, später auch hinter dem Objektiv, die für die Zeit der Belichtung geöffnet wurden. Am Ende des 19. Jahrhunderts kamen Schlitzverschlüsse (in der Bildebene) und Zentralverschlüsse (im Objektiv) dazu, die Belichtungszeiten von Bruchteilen einer Sekunde bis zu 1/1000s ermöglichten.

Kalotypie Negativ der Sphinx, 1852
Kalotypie Negativ der Sphinx, 1852

Negativ: fotografische Abbildungen mit umgekehrten Tonwerten werden als Negativ bezeichnet. Helle Flächen werden schwarz, dunkle Flächen werden hell abgebildet. Negativ/Positiv-Verfahren werden als zweistufige fotografische Verfahren bezeichnet, da das endgültige Positiv-Bild erst in einem zweiten Arbeitsschritt durch Umkopieren entsteht. (siehe auch Positiv)

Nitrofilm bezeichnet umgangssprachlich Filmmaterial, dessen Schichtträger auf Zellulosenitratbasis aufgebaut ist. Zellulosenitrat (auch Nitrozellulose oder Zellhorn genannt) ist aufgrund der chemischen Zusammensetzung autokatalytisch, also selbst zersetzend. Die allerersten Filmmaterialien für Kino und Fotografie waren auf Nitrofilm aufgebaut.

Objektiv (engl.: objective, lens) ist ein optisches System, das eine optische Abbildung eines Objekts auf einer ebenen Fläche (Film oder Sensor) erzeugt. Es ist die wichtigste Komponente abbildender optischer Geräte wie Kameras. 

Orthochromatische Fotomaterialien lösten ab 1873 die älteren Fotomaterialien ab, die ausschließlich für blaues Licht empfindlich waren. Durch Beimischung von Stoffen, die grünes und gelbes Licht absorbierten, um die photographische Platte dadurch auch für diese Spektralfarben empfindlich zu machen. Ab 1884 wurde der Farbstoff Eosin verwendet, der die Empfindlichkeit auf blau, grün und gelb erweiterte. Da diese Materialien nicht auf rotes Licht reagierten, konnten sie problemlos bei roter Dunkelkammerbeleuchtung verarbeitet werden. Siehe auch panchromatische Materialien.

Panchromatische Aufnahmematerialien (von griech. pan = alles; chroma = Farbe) waren Schwarzweiß-Filme, die für den gesamten sichtbaren spektralen Bereich von ca. 420 nm (blaues Licht) bis ca. 680 nm (rotes Licht) empfindlich waren.  Mit der so genannten panchromatischen Sensibilisierung wurde erstmals eine vollständige Tonwertrichtigkeit bei der Umsetzung von Farben in Graustufen erzielt, eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung der Farbfotografie. 1903 wurde das Verfahren patentiert.

Photographie (en.: photography) ist die veraltete Schreibweise im deutschsprachigen Raum bis in die 1960er Jahre. Neue Schreibweise ist Fotografie. 

Planfilm (engl.: sheet film) auf Kunststoffbasis löste in den 1940er Jahren die Glasplattennegative in der Großformatfotografie ab. Gängige Planfilmformate für die professionelle Fotografie sind 9 cm × 12 cm, 13 cm × 18 cm, 6,5 cm × 9 cm, 4″ × 5″ (10,16 cm × 12,7 cm), 5″ × 7″ (12,7 cm × 17,78 cm), 18 cm × 24 cm, 8″ × 10″ (20,32 cm × 25,4 cm), 11″ × 14″ (27,94 cm × 35,56 cm).

Der Firmenname Polaroid wurde zum Synonym für Sofortbildfotografie. Edwin Land gründete 1937 das Unternehmen Polaroid, das zunächst Polarisationsfolien für Sonnenbrillen herstellte. 1947 stellte Polaroid die ersten Sofortbildverfahren auf Basis von Farbstoffdiffusionsverfahren vor. Beim Trennbildverfahren werden die Bilder samt Film nach der Belichtung seitlich aus der Kamera gezogen, wobei der Film zwischen zwei Walzen hindurchlief, die wiederum die Entwicklerpaste zwischen Positiv und Negativ verteilten. Nach ungefähr 30 bis 90 Sekunden Entwicklungszeit kann man das fertige Positiv abziehen. Mit einer aufwendigen Entwicklung versuchte man, die Wartezeit und das Zwischennegativ zu umgehen. Die Kameras für das 1973 vorgestellte System SX-70 schoben das gerade belichtete Bild stets motorisch unmittelbar nach der Aufnahme heraus; dann konnte man beobachten, wie sich das Bild in den nächsten Minuten entwickelte. Es handelte sich um einen Integralfilm, d. h. alle Filmbestandteile sind im ausgeworfenen Bild integriert – das Bild braucht nicht vom Negativ getrennt werden und hinterlässt somit keinen Abfall.

POP (aus dem Englischen für Print Out Paper) ist andere Bezeichnung für Auskopierpapiere, wie sie von 1840 bis etwa 1930 verwendet wurden. Auskopierpapiere wurden für Kontaktkopien benutzt, die solange belichtet wurden, bis die gewünschte Schwärzung erreicht war und brauchten dann nur noch fixiert zu werden. Im Unterschied zu DOP = develloping out paper.

Kalotypie Positiv Abzug der Sphinx, 1852
Kalotypie Positiv Abzug der Sphinx, 1852

Positiv als Begriff wurde vom englischen Wissenschaftler William Herschel 1839 gefunden. Er beschreibt das fertige Papierbild, das durch das Umkopieren von einem Negativ erhalten wird. (siehe auch Negativ)

Rasterverfahren waren ersten Farbmaterialien wie die Autochromplatten und Linienrasterverfahren für die frühe Farbfotografie. Rasterverfahren waren vor allem in den Erfinderländern Deutschland und Frankreich verbreitet.

Retusche (engl.: retouch) sind verschiedene Verfahren zum Wegretuschieren von Schönheitsfehlern auf Fotos. Einige veränderten das Negativ direkt, andere übermalten das fertige Bild. Seit der Digitalisierung findet die Retusche im Computer oder auf dem Smartphone statt.

Rollfilm (Tageslichtrollfilm; engl.: roll film; fr: pellicule en bobine) bezeichnet einen fotografischen Filmstreifen, der auf eine Spule konfektioniert wird. Die Bezeichnung entstand als Unterscheidung zur Fotoplatte, die für eine Aufnahme zur Verfügung stand. Der Rollfilm wurde in verschiedenen Breiten und Längen angeboten. Typischerweise bot er Platz für 12 Aufnahmen hintereinander. Als biegsamer Schichtträger wurde ursprünglich Papier (siehe auch stripping film), später leicht entzündliche Nitrozellulose und ab etwa 1908 die schwer entflammbare Acetatcellulose (Sicherheitsfilm) verwendet.  

Die Schärfe oder Auflösung eines optischen System, wie zum Beispiel eines Objektivs in einer Kamera oder in einem Smartphone wird in Linien pro Zoll angegeben. Grundlage für die Berechnung der notwendigen Mindestauflösung von fotografischen Aufnahmen ist das Auflösungsvermögen des menschlichen Auges bei „deutlicher Sichtweite“, die für Normalsichtige bei ca. 25 cm liegt. Sie erlaubt einem gesunden Auge die Betrachtung eines Gegenstandes ohne Anstrengung. In dieser Entfernung wird ein Raster von 60 Linien pro Zentimeter nicht mehr als getrennte Linien wahrgenommen. 

Schärfentiefe (engl.: depth of field) ist ein Maß für die Ausdehnung des scharfen Bereichs im Objektraum eines abbildenden optischen Systems. Die Schärfentiefe wird außer durch die Wahl der Brennweite und der Entfernungseinstellung auch durch die Blendenöffnung beeinflusst: je größer die Blendenöffnung (kleine Blendenzahl), um so geringer ist die Schärfentiefe (und umgekehrt). 

Schlitzverschluss (engl.: focal plane shutter oder roller blind) ist – neben dem Zentralverschluss – eines der gebräuchlichen Konstruktionsprinzipien für den Verschluss einer Kamera. Der Schlitzverschluss befindet sich unmittelbar vor der Bildebene, also vor dem lichtempfindlichen Aufnahmematerial, sei es Film oder digitaler Bildsensor. Zwei Verschlussvorhänge (ursprünglich aus gummiertem Tuch oder aus zusammengehakten Blechlamellen) laufen zeitlich versetzt direkt vor der Filmebene ab und bilden einen Schlitz, der das vom Objektive kommende Licht durchlässt. Unterschiedliche Belichtungszeiten werden durch unterschiedliche Schlitzbreiten realisiert. Der erste Schlitzverschluss, anfänglich „Momentverschluss“ genannt, wurde vom Fotografen Ottomar Anschütz 1888 patentiert. Berühmt wurde schließlich der Schlitzverschluss in der Kleinbildfotografie durch den Tuchverschluss der Leica (1924) und den Metall-Lamellenverschluss der Contax (1932). Der Schlitzverschluss wurde in der Folgezeit zum Standard-Verschluss aller hochwertigen Kleinbild-Kameras.

Silberfotografie ist der Oberbegriff für fotografische Verfahren, die auf der Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen basieren. Sie dominierten von 1839 bis 2004 die Welt der Fotografie. Silberfreie Verfahren entwickelten sich am Anfang des 20. Jahrhunderts zunächst als Kunstdruckverfahren. Erst in den 1990er Jahren kamen mehr und mehr elektronische Verarbeitungs- und digitale Aufzeichnungsverfahren zum Einsatz, die kein Silber mehr benötigten. 

Silber-Gelatine Abzug ist der Obergriff für mit einer Emulsion aus Silber-Gelatine beschichtetes Fotopapier, wie es im gesamten 20. Jahrhundert in der Schwarzweiß-Fotografie verwendet wurde.

Silberhalogenide sind chemische Verbindungen des Elements Silber mit Halogenen. Neben Blei und Quecksilber ist Silber das einzige Element, das mit Halogenen schwerlösliche Salze, die Silberhalogenide, bildet. Zu den wichtigsten lichtempfindlichen Silberhalogeniden gehören Silberfluorid (AgF), Silberchlorid (AgCl), Silberbromid (AgBr) und Silberiodid (AgI). Durch Einwirken von Licht wird das Silberkation (Ag+) zu elementarem Silber reduziert. Feinverteiltes elementares Silber ist schwarz.

Silbernitrat ist eine Schlüsselsubstanz der analogen Fotografie. Silbernitrat (oder auch Höllenstein) ist ein Salz der Salpetersäure. Silbernitrat, AgNO3, bildet farblose Kristalle und ist leicht in Wasser löslich. Frühe fotografische Verfahren benutzten eine Silbernitratlösung zum Sensibilisieren der fotografischen Materialien vor der Belichtung.

Silber Verbrauch und Silber Recycling: Vor Einführung der Digitalfotografie wurden alleine in Deutschland im fotografischen Bereich jährlich ungefähr 360 t Silber verbraucht. Wegen stark steigender Silberpreise wurden verschiedene Verfahren entwickelt, das Altsilber aus den fotochemischen Prozessen zurückzugewinnen.
Bei der elektrolytischen Altsilber-Rückgewinnung werden zwei Elektroden, an denen Gleichstrom anliegt, in ein silberhaltiges Fixierbad getaucht. An der Kathode (aus rostfreiem Edelstahl) lagert sich das Edelmetall in einer sehr hohen Reinheit ab (Elektrolytsilber). Als Anode verwendet man meistens Graphit. 

Sofortbildfotografie liefert nach der Aufnahme sofort ein fertiges positives Lichtbild. Die ersten Sofortbildverfahren oder auch einstufige fotografische Verfahren waren die Daguerreotypie (1839) und die Ambrotypie (1850), die noch Fotoplatten verwendeten. Ab 1947 kamen Rollfilme der Firma Polaroid auf den Markt, die sofort nach der Aufnahme ein fertiges Papierbild lieferten, zunächst noch in Schwarzweiß, ab 1964 auch in Farbe.

erfolgreichste Kleinbild Spiegelreflexkamera (SLR) aller Zeiten, Canon, AE-1 und A1, 1976
Mit 10 Millionen Stück erfolgreichste Kleinbild Spiegelreflexkamera (SLR) aller Zeiten, Canon, AE-1 und A1, 1976

Spiegelreflexkamera (auch kurz SLR für Single Lens Reflex) ist eine Kamera, bei der das durch das Objektiv der Kamera einfallende Licht von einem schräg stehenden Spiegel nach oben auf die Mattscheibe des Suchersystems umgelenkt wird. In einer einäugigen Spiegelreflexkamera wird das Sucherbild durch die zusätzliche Reflexion innerhalb eines Dachkantenprismas sichtbar. So erscheint im Sucher exakt das durch das Objektiv der Kamera erzeugte Bild.

Die Stereofotografie basiert auf dem Prinzip des binokularen Sehens. Sie wurde bereits 1838 vom englischen Physiker Charles Wheatstone, also noch vor der Erfindung der Fotografie beschrieben und anhand von stereoskopischen Zeichnungen demonstriert. Zwei Einzelbilder von zwei unterschiedlichen Blickwinkeln, die in etwa dem Augenabstand entsprechen, werden beim getrennten Betrachten über die beiden Augen wieder zu einem virtuellen dreidimensionalen Bild zusammengefügt.

Sucher (engl.: view finder) sind fester Bestandteil einer jeder Kamera. Zunächst halfen einfache optische Sucher beim Anvisieren des fotografischen Objekts. Mit der Zeit wurden Sucher zu hochwertigen Präzisionsgeräten, die nicht nur den Bildausschnitt und die Schärfe, sondern auch Informationen über die korrekten Belichtungseinstellungen anzeigten. Die wichtigsten Suchertypen waren Rahmensucher (eine Art Visiereinrichtung), Durchsichtsucher, Messsucher (Entfernungsmesser, Belichtungsmesser) und Spiegelreflexsucher. In der digitalen Fotografie ersetzt in der Regel ein Bildschirm den klassischen Sucher.

Einführung der SX-70 Sofortbildkamera von Polaroid, 1972
Einführung der SX-70 Sofortbildkamera von Polaroid, demonstriert vom Erfinder Edwin Land, 1972

SX-70 Color System wurde 1972 von Polaroid eingeführt. Das Sofortbildverfahren mit der neuen SX-70-Kamera arbeitete nach dem Monoblattverfahren. Jedes Bild bestand aus einer Filmeinheit mit 17 Schichten, die einen Negativ-/Positiv-Schichtkomplex bildeten mit drei blau-, grün- und rotempfindliche Silberhalogenidschichten. Nach der Belichtung wird die in einer Kapsel enthaltene Entwicklerpaste zwischen Negativ und Positiv verteilt und dringt in die Negativschichten ein. Das entstehende Negativ aus metallischem Silber verbleibt in der Schicht. Der übrige Farbstoff wandert in die Auffangschicht des Positivs, um dort das aus metallisierten Farbstoffen bestehende Farbbild zu erzeugen. Der Bildaufbau kann während der Entwicklung beobachtet werden. Ein Bild hat das Format 7,9 cm × 7,9 cm mit einem charakteristischen, meist weißen Rahmen im Format 8,8 cm × 10,7 cm, wobei der untere Rand einen Chemikalienbehälter enthält und deshalb breiter ist. 

Tonung (auch: Virage, Viragierung) bezeichnet eine Technik des Einfärbens von Fotos (bzw. Filmmaterial). In der Schwarz-Weiß-Fotografie wird das schwarz erscheinende Silber auf chemischem Wege in gefärbte Verbindungen überführt. Der Tonung geht ein Bleichprozess voraus. Typische Bleichbäder bestehen aus rotem Blutlaugensalz (Kaliumhexacyanoferrat(III)), teilweise unter Beimischung von Kaliumbromid. Beliebteste Form der Tonung ist die Sepia-Tonung, bekannt von vielen alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die genaugenommen nicht schwarz-weiß, sondern braun-weiß sind. Bei der Sepia-Tonung wird das Silber im Fotopapier mit Natriumsulfid in Silbersulfid umgesetzt.

Eine Trockenpresse gehörte im 20. Jahrhundert zur Grundausstattung eines jeden Fotolabors. Fotopapiere wie das beliebte Barytpapier mussten nach der Nassverarbeitung in einer Trockenpresse getrocknet werden. Dies sorgte für glatte und ebene Oberfläche.

TTL (Through The Lens) ist das Herzstück einer jeden Spiegelreflexkamera. Der optische TTL-Sucher ermöglicht über einen Spiegel die direkte Belichtungsmessung des aufzunehmenden Objekts und zusätzlich die Betrachtung des vom Objektiv der Kamera erzeugten Bildes. Belichtungseinstellungen werden zusammen mit dem Sucherbild eingeblendet. Besonders genau waren Kameras mit Spot-Messung ab 1963, bei denen nur der zentrale bildwichtige Teil für die Belichtungsmessung berücksichtigt wurde.

Durch eine Umkehrentwicklung können durch einen modifizierten Entwicklungsprozess eines Schwarzweißfilms Diapositive hergestellt werden. Die Umkehrentwicklung erlangte große Bedeutung für die Farbraster-Verfahren der Autochrome-Platten zu Beginn des 20. Jahrhunderts oder den Farbdiafilmen, wie sie in den 1930er Jahren von AGFA und Kodak auf den Markt kamen. Die Umkehrentwicklung basiert darauf, dass zunächst eine übliche Erstentwicklung des latenten Bildes vorgenommen wird, die ein Bild aus elementarem Silber erzeugt, ohne die Verwendung eines Fixierbades. Das unbelichtete Silberbromid befindet nach der Entwicklung immer noch in der Schicht. In einem anschließenden Bleichbad aus Kaliumbichromat und Schwefelsäure (jeweils 5 g auf 1000 ml) wird das bei der Erstentwicklung entstandene negative Silberbild zu wasserlöslichem Silbersalz umgewandelt und ausgewaschen. Das verbleibende Silberbromid wird durch eine ganzflächige Belichtung in ein neues latentes Bild umgewandelt und bei einer erneuten Entwicklung zu schwarzem Silber reduziert und anschließend fixiert. Es entsteht ein Positiv-Dia.

Vergrößerung (engl.: blow up): Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Aufnahmeformate in der Fotografie kleiner. Zunächst Rollfilme und seit den 1920er Jahren auch Kleinbildfilme machten eine Vergrößerung der Negative notwendig. Die Vergrößerungen ersetzten nach und nach die bis dahin üblichen Kontaktabzüge von großformatigen Aufnahmen auf Glasplatten.

Leitz Vergrößerungsgerät für Kleinbildfilm, ca. 1950
Leitz Vergrößerungsgerät für Kleinbildfilm, ca. 1950

Ein Vergrößerungsgerät (engl.: enlarger) erzeugt durch optische Projektion vergrößerte Papierbilder aus Negativen oder auch Diapositiven. Die ersten Vergrößerungsgeräte kamen in den 1850er Jahren unter der Bezeichnung Heliostat auf den Markt und wurden noch mit Sonnenlicht betrieben. Spätestens mit der Einführung des Kleinbildfilms in den 1920er Jahren wurden Vergrößerungsgeräte mit elektrischer Beleuchtung zur Standardausrüstung der Fotografen. Führende Hersteller im 20. Jahrhundert waren Agfa, Beseler, Durst, DeVere, Hengstler, Jobo, Kaiser, Kienzle, Krokus, Leitz, Liesegang, Linhof, Meopta, Omega, Teufel und Rowi.

Ein Verschluss (engl.: shutter; franz.: obturateur) steuert die Zeit der Belichtung des lichtempfindlichen Materials in einer Kamera. Anfangs waren die Belichtungszeiten so lang, dass ein manuelles Öffnen und Schließen einer Klappe vor dem Objektiv ausreichte, um die Belichtungszeit zu steuern. Später kamen mechanische Verschlüsse zum Einsatz die sich vor dem Objektiv (Fallbrettverschluss oder Klappenverschluss), im Objektiv (Zentralverschluss) oder direkt vor der Fotoplatte oder dem Film (Schlitzverschluss) befanden. Die Herstellung von präzisen mechanischen Verschlüssen wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts zu einer Schlüsseltechnologie in der Herstellung von Kameras.

Zelluloid (engl.: celluloid) bezeichnet eine Gruppe von Kunststoff-Verbindungen, die aus Zellulosenitrat und Campher hergestellt werden. Man kann es leicht schmelzen und formen. In den späten 1880er Jahren wurden Zelluloide als durchsichtiger Träger für fotografische Filme verwendet. Der leicht entflammbare Film hielt sich in der Fotografie noch bis in die 1950er Jahre und wurde dann durch Sicherheitsfilm aus Celluloseacetat und später durch Polyester ersetzt.

Der Zentralverschluss (engl.: leaf shutter) aus einer oder mehreren konzentrisch angeordneten, sich überlappenden Lamellen (engl.: leaf) befindet sich im Inneren des Objektivs. Nach dem Auslösen des Fotoapparates schnellen die Lamellen synchron aus der zentralen Achse zurück und geben den Weg des Lichts auf den Film frei. Zentralverschlüsse sind in Sucherkameras und Mittel- bzw. Großformatkameras üblich. Der Markenname des Verschlusses und der Name des Herstellers waren in der Regel auf den Objektiven vermerkt und ein wichtiges Qualitätsmerkmal der frühen Kameras.

Zweistufige Verfahren in der Fotografie sind solche, die zunächst ein Negativ erzeugen, wie die klassische Schwarzweiß- und Farbfotografie mit analogen silberbasierten Aufnahmematerialien. Die Negative werden nach dem Entwickeln des Aufnahmematerials in einem zweiten Schritt durch Umkopieren bzw. Vergrößern auf Positiv-Papier übertragen.

Rolleiflex zweiäugige Spiegelreflex Kamera, 1929
Rolleiflex, Prototyp der zweiäugigen Spiegelreflex Kamera, 1929

Zweiäugige Spiegelreflexkamera (engl.: TLR = Twin Lens Reflex) verfügt über zwei identische Objektive, die übereinander angebracht sind. Das untere Objektiv erzeugt die fotografische Abbildung, das obere Objektiv erzeugt über einen 45° Spiegel ein Sucherbild auf einer horizontal liegenden Mattscheibe. Der Fotograf hielt die Kamera ganz diskret vor seinen Bauch und blickte von oben in den Sucherschacht. Daher stammt die Bezeichnung Bauchnabelfotografie.