Historische Aufnahmen bekannter Fotografen wurden seit den 1980er Jahren ein wichtiger Bestandteil des Kunstmarktes und beliebte Sammelobjekte.
Die Lebenswerke bedeutender Fotografen der Moderne, aber auch die von Modefotografen und Bildjournalisten werden häufig in Stiftungen verwaltet oder befinden sich im Besitz von Museen oder Bildagenturen. Originalabzüge kommen daher nur selten in den freien Handel. Für Vintage-Prints, die noch vom Fotografen selber angefertigt wurden, werden die höchsten Preise erzielt, die auch mal 7-stellig sein können, wie die Aufnahmen von frühen Fotografen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wie Gustave Le Gray oder den Großmeistern der Fotografie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wie Walker Evans, Paul Strand, Ansel Adams, André Kertész, Man Ray, Edward Weston oder Albert Renger-Patzsch.
Die Liste der teuersten Fotos der Welt wird angeführt von zeitgenössischen Fotografen, zumindest im Segment von über 1 Mio. Euro pro Bild: Peter Lik „Phantom“: 6,5 Millionen Dollar, Andreas Gursky „Rhein II“ (1999): 4,34 Millionen Dollar, Cindy Sherman „Untitled #96“ (1981): 3,89 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Historische Original Schwarzweiß-Aufnahmen von bekannten Fotografen aus dem 19. und 20. Jahrhundert bekommt man auf Versteigerungen manchmal noch für unter 100 000 Euro.

Sammler und Kunsthistoriker unterscheiden bei Fotografien zwischen Unikaten, limitierten und signierten Kleinauflagen, diversen Arten von Abzügen und Vintage Prints:
- Unikate werden von fotografischen Verfahren wie der Daguerreotypie oder den Polaroid-Sofortbildverfahren geliefert. Auch das Anfertigen von Fotogrammen, bei denen Gegenstände auf Fotopapier gelegt werden und sich durch Belichtung auf dem Fotopapier abzeichnen, führt zu Unikaten. Unikate lassen sich nur durch erneutes Abfotografieren vervielfältigen, wodurch sie allerdings ihre ursprüngliche Integrität verlieren. Das historisch erste fotografische Verfahren, die Daguerreotypie, lieferte fotografische Bilder auf versilberten Kupferplatten, die durch ihre Seltenheit einen hohen Sammlerwert haben, auch wenn sie von namenlosen Fotografen angefertigt wurden.
- Bei einem so genannten Contretype handelt es sich um eine fotografische Reproduktion, die durch das Abfotografieren einer bereits vorhandenen Papierfotografie, eines Unikats oder einer Daguerreotypie entsteht, also um eine simple fotografische Reproduktion.
- Abzug (engl.: print) ist ein allgemeiner Begriff, der ursprünglich aus der Welt des Drucks stammt. Fotografische Abzüge werden seit 1839 von Negativen, damals noch Papiernegative, durch Umkopieren auf Fotopapier angefertigt. Aus dem Negativ entsteht hierbei ein Positiv. Als Originalabzug wird jeder Abzug bezeichnet, der vom Fotografen selbst oder unter seiner Aufsicht hergestellt wurde und dessen Entstehung zurückverfolgt werden kann. Um einen Kontaktabzug zu erhalten, wird das Negativ für die Belichtung direkt auf das Fotopapier gelegt. Kontaktabzüge waren bis in die 1930er Jahre für die relativ großformatigen Glasnegative das gängige Mittel der Wahl. Vergrößerungen von kleinformatigen Negativen werden ebenfalls als Abzug bezeichnet.
- Der Begriff Vintage Print bezeichnet einen Papierabzug von einem Originalnegativ, dessen Datum zeitlich eng am Datum der Aufnahme liegt und dessen formale Eigenschaften (Format, Tonalität, Kontrast, Beschriftung) daher den Vorstellungen des Künstlers entsprechen. Manchmal stellten Fotografen Jahre nach der Aufnahme neue Abzüge von einem alten Negativ her. In diesem Fall spricht man von einem Later Print oder einem Modern Print, bzw. von einem Post-humous Print oder Estate Print, wenn dieser erst nach dem Tod des Fotografen in Auftrag gegeben worden ist.
- Insbesondere in der Zeit des Piktorialismus am Anfang des 20. Jahrhunderts kamen zunehmend auch kunstfotografische Edeldruckverfahren wie der Bromöldruck, Pigmentdruck, Lichtdruck oder Gummidruck zur Anwendung, die eine starke manuelle Bearbeitung der Abzüge ermöglichten und häufig auf hochwertigen Künstlerpapieren ausgeführt wurden, wodurch die Fotos den Charakter von Radierungen oder Lithographien erhielten.
- Die klassische Fotografie lieferte seit den 1930er Jahren meistens Abzüge oder Vergrößerungen als Gelatine-Silber Prints auf Fotopapieren, die mit einer Suspension aus Gelatine und Silbersalzen beschichtet waren, wie dem so genannten Baryt-Papier oder dem mit Kunststoff beschichteten PE-Papier, letzteres war auch in Farbe verfügbar.
Für digital erzeugte Fotografien hat man die Wahl zwischen lasertoner-, C-print- und inkjetbasierten Digitaldruckverfahren. Anders als der Offsetdruck, einem indirekten Druckverfahren, bei dem das Druckmotiv mittels einer Druckwalze oder eines -zylinders auf den Trägeruntergrund übertragen wird – handelt es sich beim Digitaldruck generell um Direktdruckverfahren. Es werden keine statischen Druckformen verwendet, die das zu druckende Motiv auf Papier übertragen. Das Drucken ohne physischen Druckkörper bezeichnet man auch als Non Impact Printing (NIP).
- Beim elektrofotografischen Digitaldruck (Elektrofotografie) oder Laserdruck werden die Farbpartikel mittels eines Fotohalbleiters und eines Zwischenträgers, einer sogenannten dynamischen Druckform, auf das Trägermaterial übertragen. Das Prinzip beruht auf elektrostatischer Anziehung und wird auch in laserbasierten Tonerdruck-Systemen und Kopiergeräten genutzt.
- Beim digitalen Inkjet- oder Tintenstrahldruck wird der Druckvorgang mit Tinte durchgeführt. Diese wird über einen mit Düsen versehenen Druckkopf auf das Papier übertragen.
Noch lebende Fotografen und Fotografiekünstler bieten ihre Aufnahmen häufig in limitierten Editionen als Kleinserien, signiert, auf dem Kunstmarkt an oder vertreiben sie über Bildagenturen, spezialisierte Galerien oder Internetportale. Ein neuer Trend sind elektronische Non-Fungible Token (kurz: NFT) Signaturen zum Schutz der Bildwerke vor unerlaubter Nutzung im Internet. Ein Token ist eine digitale Besitzurkunde. Sie beweist, dass einem zum Beispiel ein digitales Kunstwerk gehört. NFTs können für alle möglichen digitalen Gegenstände ausgestellt werden.
